Peruanische Regierung ruft Ausnahmezustand aus

Demonstranten legen die Infrastruktur des Landes teilweise lahm - Reisende sollten mit Einschränkungen rechnen

Die gewaltsamen Proteste gegen die Amtsenthebung des ehemaligen Präsidenten Pedro Castillo am 7. Dezember 2022 sorgen seit Wochen in weiten Teilen Perus für Straßenblockaden und Sicherheitsprobleme. Verteidigungsminister Otárola verkündete in Folge der Ausschreitungen einen 30-tägigen Notstand, der dem Militär zusätzliche Befugnisse zuspricht – Versammlungsrecht und Bewegungsfreiheit seien ausgesetzt.

Das Auswärtige Amt rät von Reisen in das südamerikanische Land ab, insbesondere in die Regionen Cusco und Arequipa, von Touristen besonders beliebte Gebiete. Welche Strecken von den Blockaden betroffen sind, kann auf dieser Webseite eingesehen werden. Das Auswärtige Amt empfiehlt Reisenden, sich über die lokalen Medien zu informieren und die aktuelle Sicherheitslage zu verfolgen, beispielsweise über den Twitterkanal der peruanischen Polizei.

Die Proteste haben auch Konsequenzen für Panamericana-Reisende: „Wir reisen nicht planmäßig in Peru ein, sondern haben ein Alternativprogramm gestartet. Wir drehen eine Ehrenrunde durch Bolivien und Nordargentinien. Geplant sind zunächst vier Wochen. Sobald sich die Lage beruhigt, drehen wir um und fahren nach Peru. Sollte das nicht der Fall sein werden wir Ende Februar die Wohnmobile von Chile direkt nach Panama verschiffen“, berichtet Janette Emerich, Inhaberin von PanAmTour. „Übrigens wurden am 20. Januar die Gleise von der Bahn nach Machu Picchu durch Demonstranten beschädigt. Und die Grenze zwischen Bolivien und Peru ist geschlossen. Chile-Peru und Ecuador-Peru sind offen.“

Am Machu Picchu sitzen derweil 779 Touristen fest, da die Bahnstrecke zwischen dem Weltkulturerbe und Cusco gesperrt worden ist. Die peruanische Staatsbahn „PeruRail“ spricht von „Sicherheitsbedenken“. Bürgermeister des Distrikts Machu Picchu, Darwin Baca Léon, bat in einem Gespräch mit der peruanischen Nachrichtenagentur Andina um Unterstützung bei der Einrichtung einer Luftbrücke, um die gestrandeten Touristen zu befreien.

explorer-Leser Richward Wyler erläutert: „Es ist extrem schwierig, wir kommen kaum nach Bolivien. Straßensperren, Blockaden, aggressive Leute. Niemand kann konkrete Angaben machen, die Polizei weiß auch wenig.“ Selbst auf entlegenen Straßen gäbe es mitunter kein Durchkommen.

Dieser Beitrag wird fortlaufend aktualisiert (Stand: 25.1.2023, 9:00 Uhr).

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