Kroatien: neues Mitglied des Schengenraums & der Eurozone

Seit dem 1. Januar 2023 gehören langwierige Passkontrollen und die alte Währung Kuna der Vergangenheit an

Es sind gleich zwei große Schritte in Richtung Europa: Der Europäische Rat hat am 8. Dezember 2022 beschlossen, Kroatien in die größte visumfreie Zone der Welt aufzunehmen. Dass das Land den Euro einführen darf, wurde schon am 12. Juli 2022 endgültig besiegelt.

Zwar ist der Balkanstaat bereits seit dem 1. Juli 2013 EU-Mitglied, bei der Einreise aus Slowenien oder Ungarn mussten Overlander aufgrund von Grenz- und Passkontrollen bislang jedoch trotzdem mit langen Wartezeiten rechnen. Damit soll nun Schluss sein: In der Silvesternacht wurden zahlreiche Grenzstationen abgebaut, die mitunter kilometerlangen Staus bei der Einreise aus Schengenstaaten sollen nun ein Ende haben. Aus gutem Grund: Das Land, in dem rund 3,9 Millionen Menschen leben, ist stark von der Tourismusbranche abhängig – Kroatien konnte 2021 rund 13 Millionen Besucher zählen.

Durch die erleichterte Einreise wird insbesondere mit einem Zuwachs an Kurz- und Wochenendurlaubern gerechnet, doch auch Overlander, die länger im Land bleiben wollen, können sich über die reduzierte Bürokratie freuen. Wie in allen anderen Schengenstaaten ist es nun auch in Kroatien gestattet, sich bis zu 90 Tage im Land aufzuhalten, ohne sich bei den zuständigen Behörden registrieren zu müssen. Vorsicht: Bei der Einreise mit dem Flugzeug finden aus technischen Gründen noch bis einschließlich 26. März 2023 Grenz- und Passkontrollen statt, danach entfallen diese auch dort.

Auch die Währungsreform dürfte mehr Reisende ins Land locken: Bereits im September 2022 beschloss das kroatische Parlament ein entsprechendes Einführungsgesetz, die entsprechenden EU-Gremien, darunter die Europäische Kommission, stimmten in den zwei darauffolgenden Monaten zu. Seit September 2022 wurden Preise in beiden Währungen ausgezeichnet. Ein Euro entspricht 7,53450 Kuna.

Durch die erleichterten Einreisebedingungen werden Transitfahrten in andere Balkanstaaten wie Montenegro, Albanien und Griechenland unkomplizierter. Auf der Durchreise lohnt es sich, ein paar Tage mehr einzuplanen, um das Land kennenzulernen: Kroatien bietet nicht nur einen über 600 Kilometer langen Küstenabschnitt an der Adria mit zahlreichen pittoresken Inseln, sondern auch die Möglichkeit, seine Gebirge mit dem Geländewagen zu erkunden. Einziger Nachteil: Wie in fast allen EU-Mitgliedstaaten ist das Freistehen nicht erlaubt.

Alle weiteren Infos zu einer Reise nach Kroatien gibt es beim Auswärtigen Amt.