Backup im Gepäck – Dokumentkopien auf Reisen

Nur ungern setzt man sich mit dem Thema Sicherheit auf Reisen auseinander. Schließlich steht beim Urlaub eine gute Zeit an erster Stelle! Damit das auch klappt, gehören die Kopien der wichtigsten Reisedokumente ins Gepäck

Dokumentkopien
Das muss mit

Und, ist das Auto gepackt? Auch das Fährticket, das Handylade­kabel und das Lieblingskuscheltier der Tochter? Gut! Aber wie sieht es mit Kopien ­Ihrer Reisedokumente aus? Die sind nämlich vor allem in zwei Fällen sinnvoll: Zum einen, um sich in unruhigen Gebieten nicht mit dem Originaldokument ausweisen zu müssen, und zum anderen, um sich auch noch dann ausweisen zu können, wenn die Dokumente plötzlich weg sind. Beide Fälle wünscht man niemandem, aber die richtige Vorbereitung kann im Notfall jede Menge Frust ersparen. Das betrifft übrigens nicht nur Fahrzeug- und Ausweisdokumente, sondern auch die Karten von Banken und Versicherungen. Aber welche Kopien sind notwendig, wo bewahrt man sie auf und was ist überhaupt zulässig?

Eine sichere Lösung ist, die Dokumente digital zu sichern

Reisepass

Angenommen, Sie möchten nach Israel reisen, waren aber zuvor schon einmal im Iran. War dafür ein und derselbe Reisepass im Einsatz, wird spätestens an der Grenze die Weiterreise verwehrt. Auch bei der Einreise in die USA kann es an der Grenze zu Problemen kommen, wenn man etwa einen arabischen Stempel im Pass trägt. Die Lösung ist hierfür ein zweiter Reisepass. Durch ihn können die Grenz­beamten nicht erkennen, dass der Tourist zuvor in dem unerwünschten Land war.

So einen zweiten Reisepass erhält aber nicht jeder, schließlich soll der Missbrauch durch die Weitergabe des Passes an Dritte verhindert werden. ­Einen zweiten Reisepass bekommt nur jemand ausgestellt, der ein berechtigtes Interesse daran hat. Laut des Bundestags also dann, „wenn die antragstellende Person in einen Staat einreisen will, der Deutschen vermutlich die Einreise verweigert, weil aus dem Pass ­ersichtlich ist, dass sie sich in bestimmten anderen Staaten aufgehalten haben“. Auch Viel­reisende haben ein berechtigtes Interesse, wenn sie ­ihren Pass beispielsweise häufig für Visabeantragungen abgeben müssen.Ortswechsel. Sie werden bei einer Straßenkontrolle im westlichen Afrika angehalten und haben sich vor der Reise etwas mit dem Thema Kriminalität auseinandergesetzt.

Mit dem Wissen, dass dort nicht immer ein offizieller Beamter vor dem Autofenster stehen muss – würden Sie wirklich direkt Ihren echten Pass herausrücken? Für solche Fälle ist es ratsam, eine einlaminierte Kopie des Personalausweises oder beispielsweise ­einen bereits abgelaufenen Reisepass dabeizuhaben. Dafür bitte immer den gesunden Menschenverstand einschalten – sich hierzulande mit einer Kopie auszuweisen, ist natürlich nicht zulässig. Tatsächlich darf man laut Bundespolizei aber in 13 euro­päischen Ländern mit einem bis zu ­einem Jahr abgelaufenen Reisepass einreisen, darunter Frankreich, Italien und Griechenland. Kommen Ausweis­dokumente unterwegs abhanden, muss man zunächst den Verlust bei der Polizei melden und dann bei der Deutschen Botschaft oder einem Konsulat einen neuen Ausweis beantragen. Ein bis zwei Passfotos von sich dabeizuhaben, ist also gar nicht verkehrt.

Dokumentkopien
Das muss mit:

Von diesen Dokumenten sollten Sie auf Reisen stets Kopien dabei haben
(immer sowohl mit Vorder- und Rückseite) :

Reisepass
Führerschein
Fahrzeugpapiere mit Zollunterlagen
Kreditkarte
Krankenkassenkarte
Impfpass

Fahrzeugpapiere

Für die Straßenkontrolle ist es zudem hilfreich, eine Kopie der Fahrzeugpapiere mit sich zu führen. Weil die Originale natürlich keinesfalls ins Handschuhfach gehören, sondern lieber gut in der Wohnkabine versteckt sind, ist eine laminierte Farb­kopie also nicht nur weniger nervenraufreibend, wenn der Beamte sie einbehält, sondern auch einfach viel bequemer. Zudem gibt es so eine doppelte Sicherheit: Im Fall eines Verlustes kann man bei der Ausreise zumindest eine Kopie der Dokumente beim Zoll vorlegen. Das gilt auch für die Zollpapiere und das Carnet de Passages – bei jedem Grenzübergang zumindest ein aktuelles Handyfoto machen und abspeichern. Einen neuen Führerschein und Fahrzeugschein gibt es übrigens erst wieder in der Heimat – also passen Sie gut darauf auf!

Geld und Kreditkarten

Gerade für Orte, an denen Menschen dicht gedrängt sind, empfiehlt sich eine zweite Geldbörse. Da hinein gehört ein wenig Kleingeld, gegebenenfalls ein alter Ausweis und eine abgelaufene Kreditkarte. Auch im Auto ist das offen liegende Alternativ-Portemonnaie eine schmerzlose Opfergabe an einen Einbrecher.
Eine zweite gültige Maestro- oder Kreditkarte von einer anderen Bank ist nie verkehrt. Vor allem dann, wenn die andere Karte verschwunden ist und sie gesperrt werden muss. Die zweite Karte gehört natürlich an anderer Stelle aufbewahrt. Kleiner Tipp: Vor Antritt der Reise alle Sperrrufnummern notieren. Über den Zentralen Sperrnotruf +49 116 116 kann man im ­äußersten Notfall alle Geldkarten und vieles Weitere sperren, wie beispielsweise SIM-Karten, die elektronische Identitätsfunktion des neuen Personalausweises, E-Mail-Accounts und selbst Mitarbeiterausweise.

Wo sichert man die Kopien?

Sinnvoll ist es, all seine Dokumente, auch den Impfpass, vor der Reise zu kopieren und im Camper an ­einem anderen Ort aufzubewahren als die Original­dokumente. Wer keine digitale Kopie angelegt hat, auf die er von jedem Computer der Welt zugreifen kann (oder dem Smartphone/Tablet), sollte darüber nachdenken, sich bei längeren Abwesenheiten vom Auto entweder die Originale oder die Kopien mit einzustecken.
Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) rät, seine Reisedokumente digital zu speichern: entweder auf einem externen Speicher­medium wie einem USB-Stick (unbedingt verschlüsselt oder passwortgeschützt) oder in einer Cloud – es gibt zahllose Angebote und so kann man schon direkt nach der Einreise die neuen Dokumente hochladen. Wer Kopien von seinen Originaldokumenten besitzt, hat es viel leichter, im Notfall Ersatz zu beschaffen. Wer auf Nummer sicher gehen will, schließt eine Reiseversicherung ab, die explizit den Verlust von Reise­dokumenten mit einschließt (Hanse Merkur, Ergo). Wenn Sie diese Punkte beachtet haben, dann kann es ja losgehen! Aber nicht das Kuscheltier vergessen!