Volkswagen startet mit dem Vorverkauf des überarbeiteten Amarok. Doch bei allem Jubel um den neuen, kräftigen V6-Diesel geht die Nachricht unter, dass es keine Einzelkabine mehr geben wird. Ein Verlust?

Endlich, so ruft die Branche, endlich ist der Pickup von Volkswagen mit einem vernünftigen Motor bestückt. Mit dem Facelift-Modell, dessen Verkauf in diesen Tagen startet, sind die bisherigen Vierzylinder-Motoren Geschichte und es kann fortan aus drei Liter V6-Hubraum geschöpft werden. Ein Traum wird wahr. Journalisten, die den überarbeiteten Amarok bereits fahren konnten, überschlagen sich mit Lob. 163 bis 224 PS stecken fortan unter der Haube, je nach Geldbörse – und Geduld. Denn die Markteinführung beginnt VW clever mit den Top-Modellen, dem Sondermodell Aventura (ab 55.300 Euro) und der Ausstattungsserie Highline, diese rollen Ende September zu den Händlern. Auf die 30.600 Euro teure Version mit Basismotorisierung wird man bis 2017 warten müssen, deren Einführung ist für das 2.Quartal angekündigt. Eine moderate, ja faire Preissteigerung im Verhältnis zum Vorgänger, 1.100 Euro kostet das Einstiegsmodell mehr. Die seit dem 1.August einzuhaltende Euro-6-Norm erreicht VW mit der Einspritzung von AdBlue.

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Nicht mehr möglich: Kabinen, kombiniert mit dem Amarok Einzelkabiner

Aber nicht nur durch das unvermeidbare Erreichen der neuen Abgasnorm könnte der Amarok in der Overlander-Gunst sinken, auch eine zweite Tatsache wird dazu beitragen: der Verzicht auf die Einzelkabine als Karosserie-Variante. Während alle anderen Pickup-Hersteller einen Anderthalb-Kabiner im Sortiment haben, bleibt Amarok-Interessenten nur noch der Griff zur Doppelkabine – mit entsprechend weniger Platz auf der Ladefläche. Dass von den knapp 500.000 deutschen Amarok nur ein geringer Teil als Arbeitstier mit großer Ladefläche geordert wurde, macht die Entscheidung seitens VW verständlich, schade ist es trotzdem. Den Plan, mit Motor-Upgrade und erheblich aufgewertetem Innenraum mehr Lifestyle-Kundschaft zu erreichen als bisher, wird erfolgreich sein, Globetrotter mit ernsthaften Reiseambitionen müssen sich zukünftig woanders umschauen. Oder einen Amarok reimportieren – außerhalb Europas bleibt die Einzelkabine weiter im Angebot.

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