Webasto: Besser als getestet

Beim Vergleichstest der Diesel-Standheizungen hat sich ein Messfehler eingeschlichen. Korrektur

Webasto Air Top
Webasto Air Top

Ein Sprichwort sagt: „Wer viel misst, misst Mist.” Besonders großer Mist ist es, wenn sich der Messfehler ­reproduzierbar wiederholt – und dann seinen Weg in einen Artikel findet.
So geschehen im zurückliegenden Vergleichstest von sechs Diesel-­Luftstand­heizungen – und für uns Grund, den Test noch einmal partiell neu aufzurollen.

Regelauffälligkeit, die keine ist

Essentieller Teil der Testbeurteilung war, wie schnell und präzise die Heizungen einen einheitlichen Raum von einem Kubikmeter Inhalt aufwärmen und die Temperatur halten. Hier zeigte die Air Top 2000 von Webasto ein Verhalten, das zur Abwertung führte: Nach einer schnellen Aufheizphase fuhr das Gerät die Leistung kurzfristig deutlich zurück, eine entsprechende Temperatur­schwankung inklusive. Dieses Verhalten zeigte die Heizung in allen mehrfach wiederholten Durchläufen und bei zwei nacheinander montierten Geräten.

Nachtest mit neuen Werten

Für dieses Verhalten konnten auch die Webasto-Techniker keine logische Erklärung ausmachen. Unter normalen Betriebsbedingungen gäbe es keinen Grund, dass die Heizung mitten im Betrieb herunterfahre und mit einem neuen Glühprozess starte, es sei denn, das Gerät sei überhitzt – zwischen 100 und 140 Grad Gerätetemperatur regelt die Heizung herunter, um Schäden durch Wärmestau zu verhindern. Im Test konnten wir jedoch nur eine Geräte­temperatur von maximal 67 Grad ­Celsius ermitteln. Fazit: Ein erneuter Test der Geräte, die der Redaktion vorlagen.

Gleiche Leistung, saubere Regelung

Der Prüfstand wurde wieder aufgebaut, die Heizung angeschlossen und das Testprocedere gestartet. Mit dem Ergebnis, dass die Air Top ihren Dienst klaglos und ohne Auffälligkeit verrichtete. Schaltete sie zuvor nach annähernd exakt sieben Minuten herunter, brachte sie im Nachtest alle anstehenden Aufgaben routiniert zu Ende. Offenbar muss im ersten Test ein nicht mehr zu lokalisierender Fehler aufgetreten sein, hierfür bitten wir um Entschuldigung.

Neue Werte, neue Bewertung

Zwar bleibt die beim Aufheiztest erreichte Maximaltemperatur mit 23 Grad Anstieg über der vorherigen Raumtemperatur weiterhin nur am unteren Ende des Testfeldes. Dafür ist die Air Top 2000 anhand der neu ermittelten Daten das sparsamste Modell im Test. Die Temperaturführung erwies sich als sehr präzise, vergleichbar mit der Spitzengruppe, in die die Heizung mit der neuen Bewertung nun aufrückt.

Neue Reihenfolge

Durch den Nachtest hat sich folgende neue Bewertungs-Reihenfolge ergeben:

  1. Autoterm Air 2D 529 €: Mit 268 Wertungspunkten knapper Testsieger vor Eberspächer. Sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis.
  2. Eberspächer Airtronic S2 1.448 €: 266 Punkte, aufgrund des hohen Preises den Gesamtsieg verloren. Sehr präzises Gerät mit hochwertiger Verarbeitung.
  3. Webasto Air Top 2000 STC 1.616 € : Im Nachtest von 205 auf 252 Punkte verbessert, überzeugt im wiederholten Test mit sauberer Regelung. Teuer.
  4. Brano Breeze IV D3 699 €: 2,7 kW Leistung, deshalb hohe Heizwerte. Wird ohne Schalldämpfer geliefert, laut. Erreicht im Test 227 Punkte.
  5. Wallas Viking 30 Air 2.166 €: Mit 184 Punkten Schlusslicht wegen zu langsamer Heizzeiten. Verbessertes Modell bislang nicht zum Nachtest angeliefert.

Entgegen der Ankündigung, kurzfristig eine überarbeitete Heizung mit neuer Steuerungssoftware zum Nachtest zur Verfügung zu stellen, hat der finnische Hersteller Wallas mitgeteilt, dass eine Neuprogrammierung nicht ausreicht, sondern auch Bauteile verändert werden müssen. Sobald Wallas dem EXPLORER ein überarbeitetes Gerät zur Verfügung stellt, werden wir die neuen Daten in einer Folge-Ausgabe nachliefern.