Verflixt und zugeknotet – Knotentechniken einfach erklärt

Mit Tauwerk lassen sich auf Reisen alle erdenklichen Dinge fixieren, anbinden und sogar reparieren. Dafür genügen schon zwei einfache Knotentechniken. Wir zeigen, wie sie funktionieren

Man kann noch so gut auf alles vorbereitet sein, etwas Improvisationstalent sowie geschickter Umgang mit einfachsten Hilfsmitteln sind auf Reisen oft schneller vonnöten als gedacht. Da macht sich besonders der gekonnte Einsatz von Seilen, Tauwerk und Knoten bezahlt – Materialien, denen gemeinhin die stahlverliebte Globetrotter-Gemeinde weniger zutraut, als die Kunstfasern zu leisten imstande sind. Die Vorteile von Tauwerk sind zahlreich, nicht nur im direkten Vergleich zu anderen Befestigungslösungen wie Drahtseilen, Ketten, Spanngurten. Hier trumpfen Seile mit ihrem geringen Gewicht, Rostfreiheit und einer Flexibilität, die im übertragenen wie wörtlichen Sinn unvergleichbar ist. Kurzum: Ein paar Meter Tauwerk gehört in jedes Fahrzeug.

Wie leistungsfähig Faserseile, Knoten und Laschings sein können, wie famos sich mit ihnen Dingen zusammenhalten lassen, lässt sich gut an den verschiedensten Flößen und Booten ablesen, die Menschen bereits über die Meere trugen. Thor Heyerdahl und seine Kon-Tiki dürften vielen bekannt sein: Das 14 Meter lange Floß wurde ausschließlich von Hanfseilen in Form gehalten und segelte quer über den Pazifik, auch das Schilfboot Ra, mit der Heyerdahl 1970 über den Atlantik segelte, besaß keinen einzigen Nagel, keine einzige Schraube – alles war gelascht und verschnürt.

 

Zwei Knoten für alle Fälle

Aber nicht nur in der Seefahrt kennt man den Umgang mit Knoten und Leine, auch die Fuhrleute griffen gern zur Leine. So ist der Fuhrmannstek, auch Truckerstek genannt, in seiner einfachen und doppelten Ausführung eine der zwei wichtigen Knotentechniken, die auch jeder Overlander beherrschen sollte. Heute ist der Fuhrmannstek als Zurrknoten bekannt, das beschreibt seinen Einsatzbereich ganz trefflich. Mit wenigen Handgriffen kann man dank dieser Technik so hohe Spannungen auf Leinen bringen, dass sich damit auch schwere Gegenstände so gut verspannen lassen, als hätte man zu Spanngurt oder Schweißgerät gegriffen.

Der zweite Knoten, der ins Repertoire gehören sollte, ist der Konstriktorknoten, ebenfalls in einfacher und doppelter Ausführung. Wie der Name nahelegt, tut es diese Technik der Boa constrictor gleich – sie würgt gnadenlos. So gnadenlos, dass sich ein fest zugezogener Konstriktorknoten nur noch mit dem Messer wieder öffnen lässt. Perfekt, um ohne Klebeband einen gebrochenen Spiegelarm zu schienen oder das Radkreuz so festzulaschen, dass es garantiert nie verloren geht.

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