CMT 2020: Neuheiten für Offroader & Overlander

Am 11. Januar öffnet die weltgrößte Touristikmesse in Stuttgart. Auch für Allrad-Fans gibt es das eine oder andere zu entdecken

CMT Messe 2020 Neuheiten

Der Winter-Blues hat voll eingeschlagen und der Camper steht eingemottet in der Halle? Dann ist ein Besuch auf der CMT in Stuttgart vielleicht nicht verkehrt, denn dort gibt es nicht nur die eine oder andere Neuheit im Allrad-Camper-Segment zu besichtigen. Unter den 2.000 Ausstellern sind auch viele Fremdenverkehrsämter aus der ganzen Welt, Reiseagenturen und Fahrzeugvermieter. Partnerland ist in diesem Jahr Montenegro (wie lohnenswert dieser kleine Balkanstaat als Reiseziel ist, lässt sich auch in der Ausgabe 2020-01 des EXPLORER nachlesen). Auf einer Gesamtfläche von über 75.000 Quadratmetern gibt es viel zu entdecken, darunter 850 Wohnmobile und Freizeitfahrzeuge. Traditionell sind Dachzelthersteller hier gut vertreten (2020 dabei: Autohome, Autocamp, Campwerk, Falterladen, Genesis Import, Gentletent, XP-Edition), aber auch Anbieter großer Lkw sind auf der Empore von Halle 1 präsent (Bliss, Bumo, Kerkamm; Bimobil in Halle 5). Was es konkret zu sehen gibt? Wir haben einmal ein paar spannende Highlights zusammengesucht.

Vanufaktur Flowcamper Max CMT 2020

Vanufaktur: Flowcamper Max

Die Hagener „Vanufaktur” hat ihre Modellpalette um den „Flowcamper Max” auf Basis des Mercedes Sprinter ergänzt. Das Unternehmen verfolgt bei seinen Ausbauten eine konsequente Linie: Es ist alles an Bord, was man braucht, und es wird das weggelassen, was unnötig ist. Die Ausbauten kommen ohne viel Schnickschnack aus, sind dennoch umfassend ausgestattet, wohnlich und geschmackvoll eingerichtet. Für den Ausbau kommen zudem möglichst natürliche Materialien zum Einsatz. Die pfiffigen Detaillösungen gefallen, unter anderem ein beheizter Fußboden, die herausnehmbare Küche und ein Trocken-Trenn-WC. Als 4×4 ab 75.000 Euro. Halle 10, Stand A 73

la strada nova - CMT 2020

la strada: Nova EB

Beim Nova EB setzt la strada auf einen Wohnaufbau in GFK-Monocoque-Bauweise. Der Grundriss des Nova EB ist konsequent auf zwei Personen zugeschnitten. Das neue Flaggschiff der hessischen Reisemobilmanufaktur basiert auf dem Mercedes Sprinter, den es gegen Aufpreis auch mit Allradantrieb gibt. Premiere hat in der Nova-Baureihe ein Grundriss mit Einzelbetten (200 und 189 Zentimeter lang, 80 Zentimeter breit). Bei Bedarf lassen sich die beiden Betten mit einem Zusatzelement zu einer einzigen, großen Liegefläche verbinden. Unter dem hinteren Teil der Betten befindet sich eine Heckgarage, in die Fahrräder und andere sperrige Gepäckstücke passen. Sie ist durch zwei Außenklappen von der Fahrer- und Beifahrerseite aus zugänglich sowie aus dem Innenraum über eine Klappe erreichbar. Im Mittelteil des Nova EB sind Küche und Bad untergebracht. Ist in der Nasszelle das Waschbecken hochgeklappt, entsteht eine geräumige Dusche, die mit einer klappbaren Duschwand aus Kunststoff abgetrennt wird. Gleich hinter dem Fahrerhaus liegt die L-Sitzgruppe. Der Nova EB verfügt über vier mit Dreipunktgurten gesicherte Sitzplätze im Fahrbetrieb. 6,99 Meter lang, bei einem serienmäßigen zulässigen Gesamtgewicht von 4,1 Tonnen verbleiben 710 Kilogramm Zuladungsreserve. Mit einem Radstand von 4,3 Metern ist der Nova EB jedoch nur etwas für weitläufige Pisten. Der Grundpreis des la strada Nova EB 4×4 liegt bei 121.000 Euro. Halle 10, Stand B 51

Westfalia James Cook - CMT 2020

Westfalia: James Cook

Nach einer sechsjährigen Pause ist mittlerweile der neue James Cook auf dem Markt. Serienmäßig wird der Sechs-Meter-Van mit einem Heck-Slideout ausgeliefert, so passt ein Bett von über zwei Metern Länge und einer Breite von 1,4 Metern hinein. Gewichtstechnisch wird es eng, will man unter 3,5 Tonnen bleiben und mit dem optionalen Allradantrieb reisen (zum Leergewicht macht Westfalia keine Angaben). Westfalia entwickelte in Zusammenarbeit mit Mercedes eine Smart-Home-Technologie, so kann das Fahrzeug über einen Touchscreen im Cockpit, das Bedienpanel im Wohnraum oder das Smartphone gesteuert werden. Anstatt auf Pushlocks setzt Westfalia auf eine Zentralverriegelung, die alle Schränke verschließt. Drei verschiedene Karosserievarianten stehen zur Wahl: das original Mercedes-Blechdach, ein Aufstelldach und ein GFK-Hochdach. Der James Cook wird, je nach Ausführung, Schlafplätze für bis zu vier Personen bieten. Die Preise für den James Cook mit Allradantrieb und Offroad-Paket starten bei rund 95.000 Euro. Halle 10, Stand D 51

Burow: Oman 4

Als Claus Burow seinen Oman im Herbst 2015 vorstellte, legte er diesen konsequent als Zwei-Personen-Mobil aus und drückte den Einstiegspreis auf ein Niveau, das in dieser Fahrzeugklasse bislang unbekannt war: 49.000 Euro. Das Fazit des EXPLORER beim Test in der Sommerausgabe 2016 (hier gibt es ein Video zum Test): Der Oman könnte sich zum Bestseller mausern. Mittlerweile ist klar, der Oman wurde zum Bestseller. Aber ein Wunsch blieb unerfüllt: eine zweite Sitzbank. Beim Oman 4 wird nun der Rahmen des Fahrgestells um eben jene 47 Zentimeter verlängert, die der Anderthalb-Kabiner des Ford Ranger größer ist. 3,69 Meter stehen die Räder nun auseinander, vergleichbar mit einem Mercedes Sprinter. Das bringt Mehrgewicht mit sich: Der lange Ford wird nicht mit allen Ausstattungsoptionen erhältlich sein. Wirft man nur einen oberflächlichen Blick auf den Oman, erscheint die Wohnkabine selbst unverändert. Ein zweiter Blick aber offenbart, dass durch die Ein-Fahrzeug-Strategie mittlerweile jedes Detail sitzt, der Wagen ist bis ins Letzte durchdacht und wurde immer weiter optimiert. De facto trennen die vom EXPLORER getestete Baunummer 1 und Modell 100 Welten. Der Oman 4 startet bei 74.000 Euro – die Radstandsverlängerung schlägt ins Kontor. Sinnvoll und reisefertig konfiguriert, sollte man mit mindestens 85.000 Euro rechnen. Damit ist der Wagen kein Schnäppchen mehr, wohl aber nach wie vor ein preiswerter Offroad-Camper für die große Fahrt. Den ausführlichen Test können Sie im kommenden Frühjahr im EXPLORER 2020-03 nachlesen. Halle EO, Stand 50

Concorde Cruiser CMT 2020

Concorde: Cruiser 791 RL SUV 4×4

Der Premium-Reisemobil-Hersteller versucht sich an einem Alkoven-Camper auf Basis des Iveco Daily 4×4. Das Acht-Meter-Mobil, Kostenpunkt 199.000 Euro, basiert auf einem seit 2014 bewährten Wohnaufbau, den Concorde bislang auf dem klassischen, heckgetriebenen Frontlenker-Lkw platzierte. Der 6,5-Tonner bietet im Heck eine große Rundsitzgruppe, ein Badezimmer über die gesamte Fahrzeugbreite und einen Alkoven mit 80 Zentimetern Sitzhöhe. Ausgelegt für zwei Personen, gibt es keine weiteren Sitzplätze mit Gurten, die Zuladung bis zum Gesamtgewicht von 7,2 Tonnen ist mit 700 Kilogramm klassentypisch. Halle 3, Stand B12

Rocketcamper: Rocket one

Reisemobilhändler Swen Dluzak hat mit der Eigenmarke Rocketcamper eine spannende Nische für sich entdeckt, die weniger aufgrund der Offroad-Eigenschaften des Basisfahrzeuges spannend ist (Peugeot Boxer), sondern weil der Innenausbau sowohl vom Layout als auch von den Materialien her erfrischend ist im großen Einheitsbrei der professionellen Van-Ausbauten. Platz für vier Personen, konkrete Preise und Ausstattungen werden erst auf der Messe bekanntgegeben. Vielleicht ist ja auch eine Allrad-Option dabei … Halle 10, Stand A05

Peugeot Boxer 4x4 Concept CMT 2020

Peugeot: Studie

Auf dem Freigelände hat Peugeot seine Interpretation eines Offroad-Campers aufgestellt. Das Konzeptfahrzeug auf Basis des Boxers mit Dangel-Allradantrieb ist nett anzuschauen, aber bietet kaum innovative neue Ideen. Dass Peugeot mit dem Fahrzeug in Serie gehen wird, ist nicht zu erwarten.