Marokko: Schweres Erdbeben im Atlasgebirge

Das Auswärtige Amt rät dringend von Reisen in die schwer betroffenen Gebiete um Imlil, Ouirgane und Asni ab

In der Nacht auf Samstag, den 9. September hat sich rund 70 Kilometer südwestlich von Marrakesch ein verheerendes Erdbeben der Stärke 6,8 ereignet. Das Beben sei Medienberichten zufolge bis in die über 100 Kilometer entfernten Städte Safi, Essaouira und Agadir an der Atlantikküste zu spüren gewesen. Historische Gebäude in den Innenstädten größerer Ortschaften sind laut Auswärtigem Amt zum Teil stark beschädigt, neuere Gebäude seien hingegen größtenteils intakt. Die Lage ist weiterhin unübersichtlich.

Besonders schwierig sei die Situation in den abgelegenen Bergregionen: Rettungskräfte könnten abgeschiedene Dörfer nur mit Mühe erreichen, der Transport von Verletzten in die mitunter weit entfernten Krankenhäuser gestalte sich schwierig. Medienberichten zufolge seien viele Bergdörfer auch Tage nach der Katastrophe von der Außenwelt abgeschnitten, es fehle an allem. Die Einsatzkräfte bemühten sich, die so dringend nötigen Hilfsgüter im Land zu verteilen – hierfür kämen auch Flugzeuge zum Einsatz.

Overlander müssen im marokkanischen Atlasgebirge damit rechnen, dass Brücken zerstört oder Wege durch Felsbrocken unpassierbar geworden sind, zudem ist mit einer höheren Gefahr von Steinschlägen zu rechnen. Die restliche Infrastruktur (Telefon, Internet, Flughäfen) ist laut Auswärtigem Amt stabil.

Bei dem Beben sind den marokkanischen Behörden zufolge bislang über 2.800 Menschen ums Leben gekommen, über 2.500 seien verletzt worden, mehr als die Hälfte davon schwer. Laut Weltgesundheitsorganisation WHO sind insgesamt über 300.000 Menschen betroffen. Der US Geological Survey warnt, dass weitere starke Nachbeben nicht auszuschließen seien.

Dieser Beitrag wird fortlaufend aktualisiert. Stand: 14. September 2023, 13:15 Uhr.

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