Offroad? Oder Allroad? Welches ist der richtige Reisemobil-Typ für mich?

Die Vielfalt an 4x4-Campern ist unüberschaubar, für jeden Zweck gibt es das passende Fahrzeug. Wie aber findet man das richtige Auto, und vor allem: Welche Arten gibt es? Wir geben einen Überblick über das Angebot

Es sind die großen Bilder, die verlocken: der Unimog in der tiefen Furt irgendwo in Island. Der Land Cruiser in den weiten Dünen der Namib. Einmal dorthin kommen, einmal dieses Abenteuer selbst erleben! Aber ohne ­einen hochgezüchteten Offroader wird all das ein Traum bleiben, das transportieren diese Aufnahmen unterschwellig ebenfalls. Keine Chance für einen Fiat Ducato, einmal isländisches Hochland zu Gesicht zu bekommen. Auch der ­Pickup mit Wohnkabine scheint in der Wüste nichts verloren zu haben. Ihnen bleibt wohl nur weniger Aufregendes.
Was die Hochglanzaufnahmen der Offroad-Ikonen selten zeigen, ist die Tatsache, dass es nicht sehr oft so viel geballte ­Power braucht. Dass sie sich zwar gut anfühlt, manchmal aber auch in 80 Prozent der Reisezeit ungenutzt bleibt, ja gar zum Klotz am Bein wird. Stört, nervt, kostet. Und was kaum einer bedenkt: Dort, wo es richtig zur Sache geht, wo ein Unimog, ein Land Cruiser, ein ­Defender alter Schule richtig gefordert sind, bleibt sowieso keine Zeit, kein Gedanke, um noch auszusteigen und Fotos zu machen. Gut so, denn würde man diese Erinnerungen im Freundeskreis herumzeigen, erntete der stolze Pilot vermutlich eher ein Kopfschütteln als neidische Blicke: „So etwas nennt ihr ernsthaft ­Urlaub?“ Kurzum, der Kauf eines 4×4-Campers ist hochgradig emotionsgesteuert. Was toll ist, einerseits. Aber andererseits an manchen Stellen den Blick aufs Wesentliche verstellt und zu oft Fahrzeuge angeschafft werden, die nicht optimal zu den Bedürfnissen passen. Zu schwer, zu hoch, zu klein, zu groß, zu exotisch.

Wer neu in die Materie fällt, der tut das eben auch der großen Bilder oder Erzählungen wegen. Eine Mongolei­rundreise im Hymer kann einfach nicht so abenteuerlich und spannend sein wie mit Landy und Dachzelt, klar! Dass es aber auch viele Stufen gibt zwischen den Extremen, das ist nicht jedem ­bewusst. Wer Offroad-Campen will, kann nicht mal eben beim örtlichen ­Caravanhändler fünf Modelle Probe ­fahren, sondern muss dafür durch die ganze Republik touren – wenn denn überhaupt ein Hersteller gerade ein passendes Vorführfahrzeug besitzt.
Wie also vergleichen, abwägen, ausprobieren? Ein guter Weg ist, sich einmal auf Globetrottertreffen umzuschauen und mit Besitzern unterschiedlichster Modelle ins Gespräch zu kommen. Was mögen diese an ihrem Wagen, was stört, was sorgt für Probleme? Dabei im Hinterkopf behalten, dass in einer Szene, die von Individualität lebt, viel romantisiert wird. Ein Lkw ist im Gelände nicht komfortabel, ein Sprinter fährt nicht dort, wo ein Wrangler noch durchkommt. Ein Unimog ist nicht wartungsarm, auch wenn ein Mercedes-Stern auf der Haube klebt. Je mehr Erlebnisse an einem Auto hängen, desto romantischer wird die Sicht des Besitzers aufs Mobil. Man könnte gar fast von Liebe sprechen.

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