Eigentlich als Spezialisten für extrem leichte Pickup-Reisefahrzeuge bekannt, hat die Offroad Leichtbau Manufaktur aus Berlin erstmals einen Unimog 6×6 aufgebaut

Dreiachsige Unimog sind eine Seltenheit, dieser U2450, 1999 gebaut, diente in seinem ersten Leben als Betonmischer. Und passen Betonmischer grundsätzlich besser in die Bundeshauptstadt Berlin, hat man sich bei der dort ansässigen Offroad Leichtbau Manufaktur doch dazu entschieden, dem Dreiachser eine neue Daseinsberechtigung zu geben: Als Expeditionsfahrzeug, das nicht nur aufgrund seiner Größe extrem ist. Thomas Ernstberger und Peter Haertle – die Inhaber der Manufaktur – sind unscheinbare Extremisten, sie kennen nur eine Fragestellung: „Wie geht es noch leichter?“ Und darauf kennen Sie mittlerweile ein paar sehr attraktive Antworten. Mit Carbon- und Aramidfasern, Epoxidharzen, Wabenkernen aus Kevlarpapier, Vakuumpumpen und jeder Menge handwerklichem Geschick zaubern sie – zusammen mit ihren Mitarbeitern – Kabinen und Bauteile, bei deren Gewicht sich Außenstehende verwundert die Augen reiben.

„Die Kabine des Unimog 6×6 wiegt circa eine Tonne“, weiß Peter Haertle, „inklusive des Innenausbaus und den verbauten Komponenten.“ Das sitzt. Eine sechs Meter lange, möblierte, bewohnbare Box, ausgestattet mit Finessen wie Klimaanlage, Induktions-Kochfeld und vielem mehr, so schwer wie ein leerer Armee-Shelter. Geht das noch mit rechten Dingen zu? Kann das halten? Thomas Ernstberger ist überzeugt. So überzeugt, dass er nicht nur die Kabine aus Kohlefasern laminierte, sondern auch die Dieseltanks – je 200 Liter Reserve hängen unter dem Boden. „Da könnte man mit dem Vorschlaghammer drauf einschlagen und nichts würde passieren.“ Ob das stimmt?

EXPLORER - Herbst 2016
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