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Zweites Leben ohne Rost – Korrosionsschutz

Bei Instandsetzung und Erhalt von Fahrzeugen sind die Behandlung von Korrosionsschäden und der zukünftige Schutz zentrale Aufgaben. Dabei gibt es keine allgemeingültige Herangehensweise, sondern eine Vielzahl an Optionen. Übersicht

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Es ist ein Pakt mit dem Teufel. Egal ob Neufahrzeug oder betagter Gebraucht­wagen, Lkw, Van oder Gelände­wagen, über kurz oder lang wird der Lack schwächeln und das darunter­liegende Metall zu rosten beginnen.  Wie lang das dauert, ist einzig von der Güte der Beschichtung abhängig, vom Stellplatz – und von der Belastung auf ­Reisen. Mit viel Steinschlag, Staub, Schmutz und Nässe sind Allrad-Mobile stärker belastet als konventionelle Camper, auch die immerwährende ­Bewegung im Fahrzeug selbst kann dazu führen, dass Lacke abplatzen und Nähte sich weiten – ein Einfallstor für Korrosion. Das Fahrzeug davor zu schützen, dass es Stück für Stück an Substanz verliert, ist eine gleichzeitig unangenehme wie undankbare Aufgabe, denn wenn sie gut ausgeführt wird, ist das beste Ergebnis: dass nichts passiert. Viel Arbeit also für ein unsichtbares Resultat. Und dann ist es noch nicht einmal eine einmalige ­Plackerei, sondern muss regelmäßig aufgefrischt werden. Verständlich, dass viele einfach hoffen, der vom Hersteller aufgetragene Rostschutz möge ­ausreichen. Was er nicht tut. Niemals.

Oft wird in diesem Zusammenhang kritisiert, dass der Rostschutz früher ­besser gewesen sei – was nur in Teilen zutrifft. Bei Schichtstärken und Qualität der Lackierungen hat sich aber in der Tat nicht alles zum Besseren entwickelt, umso wichtiger ist es, intakte Lackierungen auf alten Fahrzeugen nach Möglichkeit zu erhalten. Viel zu häufig gehen Bastler bei der Renovierung von Fahr­gestellen und Rahmen den extremen Weg und entlacken die Metallteile vollständig bis aufs nackte Blech. Das ist aber nur dann nötig und sinnvoll, wenn die Farbe in der Fläche stark beschädigt ist und sich vom Metall löst.

Wer eine groß angelegte Restaurierung plant, und bei einem Gelände­wagen den Rahmen vom Rest des Fahrzeuges trennt, sollte in diesem Moment gut überlegen, ob nicht eine Radikal­lösung sinnvoll sein kann: das vollständige ­Verzinken. Hier ist jedoch Vorsicht geboten, durch die hohe Temperatur im Zinkbad von über 420 Grad besteht die Möglichkeit, dass der Stahl seine Festigkeit verliert – hier sollte in jedem Fall zuvor mit einem Sachverständigen gesprochen werden. Das Zinkbad schützt gleich doppelt: zum einen durch eine mechanische Barriere (eine Lackierung wäre nicht nötig und ist auf Zink auch nicht ohne Weiteres möglich), zum ­anderen entsteht ein kathodischer ­Rostschutz, weil das unedlere Zink sich ­zugunsten des darunterliegenden Stahls opfert.

Dass eine Verzinkung eine wert­erhaltende Maßnahme ist, wissen auch die Fahrzeughersteller, dennoch hat sich die Vollverzinkung bis heute nicht flächendeckend durchgesetzt. Deshalb ist es für Besitzer von Neuwagen eine wichtige Empfehlung, noch auf den ersten Kilometern den Korrosionsschutz in Angriff zu nehmen. Niemals wird der Wagen noch einmal so sauber und trocken sein wie in dem Moment, wo er ausgeliefert wird. Wer diesen Moment ausnutzt, spart viel Zeit und Geld bei der nötigen Vorbereitung, kann direkt nach einer sorgfältigen entfettenden Reinigung mit der Arbeit beginnen. Und wenn dann, in 20, 25 Jahren noch immer kein Rostfleck zu sehen ist, hat sich der Einsatz mehr als rentiert.

Ein letztes Detail: Wer Stress bei der Hauptuntersuchung verhindern will, klebt die Fahrgestellnummer vor der Beschichtung ab. So lässt sie sich später erheblich leichter wiederfinden als
unter einer dicken Schicht Farbe. 

 

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