Aus der Schule in den eigenen Schulbus, Teil 2: Pause in San Francisco und erste Offroad-Erfahrungen

(og) Seit sechs Wochen sind die sieben Lübecker Jugendlichen schon auf Ihrem Roadtrip unterwegs, 7.500 Kilometer haben sie mit dem selbstausgebauten Schulbus schon hinter sich gelassen. Ein Ort, an dem die Freunde gern mehr Zeit verbracht hätten, war die Küste von Oregon. Das dünn besiedelte Gebiet begeisterte die Sieben, vor allem wegen der Dünen und Strände. Oregon ist Surferland und so wurde erst einmal ein Surfbrett organisiert. Bei jeder möglichen Gelegenheit ging es raus aufs Wasser und das Brett bekam kaum eine Pause. Im Herbst bietet sich das Surfen dort besonders an, da zu dieser Zeit die Wellen besonders gut sind. Rombout Bock ist überzeugt, sie hätten sich alle mit dem Surfvirus infiziert: “Ich glaube, dass unsere Reise surflastig wird.” Noch mehr Begeisterung löste die Möglichkeit aus, den Bus für die Nacht zwischen den Dünen parken zu können. Einheimische hatten ihnen einen Tipp gegeben und diesen Ausblick wollten sie sich natürlich nicht entgehen lassen. Der Schlafplatz war legal, aber trotzdem hatten sie die Ort für sich allein. Grund dafür war eine Wasserdurchfahrt, mit einer Tiefe von rund 50 Zentimetern. Der alte Schulbus fuhr durch – ohne Schwierigkeiten. Die erste Offroaderfahrung wurde also gemeistert.

Sanddünen von Oregon – sevendownsouth

Bei der Zweiten sah das schon wieder anders aus. Nach einer nächtlichen, sieben Kilometer langen Fahrt über eine Schotterpiste wollten die Schulkameraden natürlich den bestmöglichen Platz zum Schlafen. Mitten im Sand. Die Fähigkeiten des Busses, auf so weichem Boden vorwärts zu kommen, haben die Sieben aber weit überschätzt. Der 14 Tonnen schwere Bus blieb stecken. Festgefahren, was nun? Improvisierte Sandbretter aus Holz und sieben schiebende Jugendliche schafften es, den fast zwölf Meter langen Schulbus aus seinem sandigen Gefängnis zu befreien. Nach zwei Stunden.

Am nächsten Tag war Entspannung angesagt, oder eben Sport. Wieder war das Surfboard im Dauereinsatz. Gerne wären die Freunde noch länger dort geblieben, doch die Zeit drängte sie zum Weiterfahren. Ihr Visum erlaubt ihnen nur drei Monate Aufenthalt in den Ländern der NAFTA.

San Francisco erkunden – sevendownsouth

Manchmal scheint der Weg dorthin noch weit, denn kurz vor ihrer Ankunft in San Francisco gab es mehr oder weniger große Probleme. Neben einem drohenden Wasserschaden im Bus, ziert auch ein großer Riss die Frontscheibe des Fahrzeugs. Vor allem finanziell bereitet dieser den Schulfreunden Sorgen. Glücklicherweise war ein längerer Aufenthalt in San Francisco geplant. Fast eine Woche verbrachten die Lübecker dort und erkundeten,  mit mal wieder frisch gewaschenen Klamotten, die Stadt an der Westküste Amerikas. Besonders die zentrale Parkmöglichkeit machte die Stadtrundgänge leicht. Manchmal waren die Sieben in der Gruppe unterwegs, aber auch  alleine unterwegs sein gefällt. “Ist gut für das Gruppenklima”, ist Rombout Bock überzeugt. Der 19-jährige ist bisher von der Reise begeistert. Neben den vielen Eindrücken liebt er es vor allem, sich in intensiv mit dem Land auseinanderzusetzen. Schon nach sechs Wochen Reisezeit und drei Wochen Umbauarbeit habe sich die Reise gelohnt. Sie hätten viel gelernt, egal ob über sich selbst, über das Land oder die Technik des Busses. Vor allem der Bus an sich begeistert. Er gibt den ehemaligen Schulkameraden ein Gefühl von zuhause. Egal wo sie stehen, der Bus ist ihre mobile Heimat.

Diese Begeisterung scheint abzufärben: In San Francisco heuerte Mitfahrer Nummer 8 an, ebenfalls ein Mitschüler aus ihrer Heimat. Er muss es sich fortan in einer Hängematte gemütlich machen. Wohin sie ihr gemeinsamer Weg führen wird, ist och offen, klar ist nur: bis zum 22.11.2017 müssen sie Amerika in Richtung Mexiko verlassen haben.