Aus der Schule in den eigenen Schulbus: Mit dem Abitur in der Tasche brechen sieben Freunde zu einem Roadtrip der besonderen Art auf

(og) Kaum hatten die sieben Klassenkameraden Mino Atzeni (20), Rombout Bock (19), Samuel Donath (18), Anton Hermes (18), Findan Wehner (18), John Goldbeck (19) und Til Roese (18) ihren Abiball hinter sich gebracht, saßen sie auch schon im Flieger, direkt nach Alaska. Ihr Ziel: einen ausgemusterten Schulbus kaufen, ihn zum Wohnmobil umbauen und dann in Richtung Feuerland aufbrechen. Oder eben soweit, wie man in einem Jahr kommt. Der weitere Plan: nicht vorhanden. In der Schule lernt man nämlich weder, wie man einen Schulbus zu einem Wohnmobil umbaut, noch was es beim anschließen von Wasser-, Gas- und Stromversorgung zu beachten gibt. Aber wenn jeder ein bisschen was weiß, dann kommt bei sieben Mitdenkenden wieder einiges zusammen, so jedenfalls das Credo der Truppe. Und sie haben es geschafft. Der Bus ist fertig ausgebaut: mit Stockbetten für sieben Personen, einer Küche, einer geteilten Sitzgruppe und einer lang gezogenen Bank zum entspannen.

sevendownsouth Schulbus selbst ausgebaut

Nachdem der Bus noch ein bisschen frische Farbe bekommen hat und in schwarz nicht mehr ganz so sehr nach Schulzeit aussieht, ging es zum Ende des Sommers los in Richtung Süden. Und das beschreibt das Ziel der sieben Lübecker Schulfreunde schon sehr gut. Richtung Süden, so weit wie möglich. Inspiriert von der Umwelt und den Leuten, die sie treffen, gestalten sie die Route. Orientiert wird sich zwar grob am Verlauf der Panamericana, aber meist werden Umwege gefahren, weil sie von den Einwohnern eines Dorfes mal wieder einen Geheimtipp bekommen haben.

Die Reise soll aber nicht nur Spaß machen und für schöne Erlebnisse sorgen, sondern den jungen Erwachsenen auch dabei helfen, ihren Weg für die Zukunft zu finden: Nach dem Ende der Tour geht es wieder nach Deutschland – und keiner weiß bislang, was er studieren möchte. „Wir nehmen uns das Jahr Zeit, um herauszufinden, was uns eigentlich bewegt und antreibt”, so Mino Atzeni. Andere Abiturienten gehen nach der Schule ins Ausland um dort für ein Jahr zu arbeiten. Findan und seine Freunde reisen lieber über eine Route, die auch auf der Wunschliste  erfahrener Reisender steht.

sevendownsouth Schulbus selbst ausgebaut Alaska

Probleme sind auf so einer langen Strecke, gerade mit einem alten Schulbus, programmiert. Doch wie schon beim Ausbau: wenn es Probleme, Ausfälle oder Defekte gibt, dann kommt die Devise “siebenmal Halbwissen reicht” zum tragen. Und da nicht sieben Menschen gleichzeitig unter einem Bus arbeiten können, reparieren zwei das Fahrzeug, und die anderen fünf gehen auf die Suche nach Ideen für die nächste Übernachtung. „Wir werden auch häufig von Menschen angesprochen, die uns die Geheimtipps ihrer Region anvertrauen, denen gehen wir meist auch nach.“ Das die Suche nach einer passenden Stelle nicht so einfach ist, dass mussten die jungen Reisenden mittlerweile erfahren. Vorgenommen haben sie sich, kein Geld für einen Stellplatz auszugeben. Lässt man sich morgens aber von einem Parkranger wecken, der eine Geldstrafe verlangt, so hat man das Geld eben zwangsweise ausgegeben. Die Lehre aus der einen Nacht: Suche dir deinen Stellplatz im Hellen, sonst findest du morgens dein Mobil im Eingang eines Nationalparks stehend wieder.

Wann, ob und auf welchen Wegen die sieben Schulfreunde in Feuerland ankommen, darüber berichtet der EXPLORER zukünftig regelmäßig online. Auch alle sonstigen Erfahrungen, Eindrücke und Erlebnisse werden die sieben jungen Reisenden mit interessierten Lesern teilen. Aktueller Standort: Seattle.