Werkzeug oder Spielzeug?

Verlernt die Szene richtiges Verhalten? Der aktuelle explorer-Newsletter sorgte für großes Leser-Feedback: Reaktionen im Überblick
Offroad-Reiseverhalten

Es ging heiß her, die letzten Tage, in den sozialen Medien. Das Fehlverhalten einiger Einzelpersonen hat ein gewaltiges Schlaglicht auf unsere deutsche Allrad-Camper-Szene geworfen: Mit ihren Lkw rollten Sie durch geschützte Gebiete Norwegens oder verwandelten eine isländische Hochlandpiste in ein Trümmerfeld. Alles das wohlwissend und ausführlich in Bild und Film dokumentiert und der Welt präsentiert. Eine – in mehrfacher Hinsicht – ziemlich dumme Sache. Während sich die Welt, von Skandinavien bis in die USA, öffentlich und lautstark über das dort sichtbare Fehlverhalten echauffierte, holten wir in der explorer-Redaktion eine schon seit langem reifende Recherche aus der Schublade: ganz offensichtlich ist es nun an der Zeit, über dieses Thema zu sprechen. Das was sich auf den jüngsten Videobildern zeigt, ist nämlich keinesfalls etwas neues, einzig die Tatsache, dass die Filme auf reichweitenstarken Kanälen zu finden waren, gibt dem Thema zusätzliche Umdrehungen.

Schon seit geraumer Zeit ist zu beobachten, dass immer mehr Allrad-Camper immer häufiger weder ihr Fahrzeug beherrschen, noch ein Gespür dafür haben, auf welche Wege ihr rollendes Heim gehört. Und da es heute zum Reisen einfach dazugehören muss, die eigenen Abenteuer zu dokumentieren und zu präsentieren, geistern all diese Fehltritte als digitale Mahnmale durchs Netz. Und das sind erschreckend viel mehr als diese wenigen, die zur Zeit stellvertretend für alle am Pranger stehen.
Fehler, wohlgemerkt, machen wir alle einmal. Es mag sogar verzeihlich sein zu glauben, man habe nach einem einwöchigen Tunesienurlaub die Sahara durchquert, nur weil der Horizont bislang über den märkischen Sandboden nicht hinaus ging. Diese Missgeschicke aber nicht verschämt wegzuhüsteln, sondern der breiten Öffentlichkeit mit geschwellter Brust als männliches Abenteurertum zu verkaufen – das ist neu. Und, so unsere Meinung, höchst problematisch.

Zu Reisen soll doch bedeuten, Natur und Kultur auf der Welt mit Anstand und Respekt erleben zu wollen, sich willkommen zu fühlen. Das zeigen auch die nicht enden wollenden Reaktionen auf die jüngsten Eskapaden, wenngleich der kollektive Aufschrei hohl klingt: Die Menge an ausführlich dokumentiertem Mist, den wir mit unseren Fahrzeugen auf Reisen anstellen, spricht nämlich eine andere Sprache.
Was ist Deine Meinung? Alles nur heiße Luft, oder ist es an der Zeit, dass wir lernen, uns auf Reisen mehr an den Riemen zu reißen? Wünscht Du Dir vom explorer mehr Anleitung, mehr Tipps zu Fahrtechnik und Verhalten, damit es gar nicht erst zu stressigen Situationen kommt, oder braucht es das alles nicht und ist es doch einfach nur schön, den Allradantrieb wirklich einmal gebrauchen zu können.

So begrüßten wir unsere Newsletter-Nutzer am vergangenen Samstag. Und es dauerte nicht lang, bis das Redaktionsteam-Postfach mit Reaktionen dazu gut gefüllt war. Es war spannend und lehrreich, durch diese Zuschriften zu lesen, deshalb wollen wir hier im Folgenden einen relevanten Querschnitt in gekürzter Form veröffentlichen.

Ein Hinweis: Viele fragten nach konkreten Links und Verweise auf das angesprochene Fehlverhalten. Wir haben uns bislang aktiv gegen diese Veröffentlichung entschieden, und zwar aus folgenden Gründen:
– Auch wenn aktuell zwei konkrete Fälle im Netz diskutiert werden, sind sie doch nur stellvertretend. Und Pranger waren noch nie hilfreich.
– Wir wollen diesen Kanälen nicht noch aktiv Zulauf verschaffen, bei über 12.000 Newsletter-Empfängern wären das wertvolle Klicks unter fragwürdigen Inhalten. Andere Postings wurden mittlerweile gelöscht.

„Das Problem besteht unserer Meinung nach darin, ob der Allradantrieb als Werk- oder Spielzeug betrachtet wird. Geht es nur darum, möglichst heil von A nach B zu kommen, dann ist das Werkzeug Allradantrieb sinnvoll und manchmal auch notwendig, wobei fast immer genügend Bodenfreiheit und möglichst geringe Fahrzeugabmessungen entscheidender sind. Da kann der Explorer helfen, indem er Tipps und Anleitung zu richtiger und möglichst umweltschonender Anwendung wie auch angemessenem Verhalten gibt. Die Schwierigkeiten beginnen aber doch immer dann, wenn es um die Verwendung des Allradantriebs an sich geht – also nicht um das Erreichen eines gewünschten Reiseziels, sondern um die Befriedigung eines „Spieltriebs“. Das beginnt bei sportlichen Ambitionen, geht über „Meiner kommt dahin, wo deiner nicht hinkommt“ und endet bei begleiteten Allrad – Abenteuertouren nach dem Motto „Ziel und Ort sind Nebensache, es zählt das Anforderungsniveau und der Streckenverlauf“. Wollt ihr, dass der Name eurer Zeitschrift schlüssig bleibt, dann folgt daraus eigentlich, dass es nur um 4X4 als Werkzeug gehen kann.“

„Meine Erfahrung zu diesem Thema:Nachdem wir uns entschieden hatten ein geländegängiges Wohnmobil zuzulegen hab ich erstmal die Möglichkeiten und Grenzen desCampers kennen lernen wollen.
Deshalb habe ich mir eine Gelände Fahrschule gesucht und einen Kurs belegt. So gerüstet ging es dann erstmal in der Gruppe nach Albanien in die Berge. Wunderbar! So kam ich nie in die Verlegenheit die Natur unnötig zu belasten oder gar zu zerstören, weil ich meine und die Grenzen des Autos kennengelernt habe. Macht also die Gelände Fahrschulen bekannt!“

„Ich halte es für dringend notwendig öffentlich breiter Stellung zu nehmen. Mit dem jahrelangen Reisemobilboom hat sich das Verhalten hin zum ‚erst ich, dann vielleicht andere‘ verändert. Natur und Mensch sind letztlich die Leidtragenden. Mich belastet dieses Verhalten jedenfalls immer mehr. Da, wo ich es wahrnehme, spreche ich die Menschen an. Häufig ernte ich Unverständnis oder Ablehnung. Was ist da los?“

„Das Thema mit den Fehltritten einer kleinen Minderheit ist meiner Meinung nach mehr als einen Artikel wehrt, da diese Fehltritte weitreichende Folgen fuer uns alle haben. Viele Overlander sind sicherlich von den unzähligen Videos aus den USA/Canada inspiriert wo es erlaubt ist 2 Wochen auf Öffentlichem Land zu Campen (BLM Land) und hier im dicht besiedeltem Europa ist das einfach nicht möglich. In Ländern wie dem United Kingdom wo es so gut wie keinen freien öffentlichen Grund gibt, ist es besonders sinnfrei wenn man es mit grossen Overlandern auf LKW Basis bereist.
Mit besten Grüßen aus dem UK.“

„Ich habe mich mit meinem Land Rover und meinem Zeltanhänger gerade zu einem Offroadtraining angemeldet. Selbst versuche ich mich auch im Ausland wie ein Gast zu verhalten und informiere mich immer im vorweg über die örtlichen Gesetze. Hilft sogar manchmal an der Grenze. Bei meiner Tour nach Norwegen habe ich immer normale Campingplätze benutzt, es ist nämlich schwierig mal eben schnell den Eigentümer eines Grundstückes zu finden und zu fragen ob man eine Nacht stehen bleiben darf.“

„Wir planen aktuell eine längere Tour über die britischen Inseln und Irland, in dem Rahmen sind wir auf die Green Lane Association aufmerksam geworden und haben deren Code of Conduct gelesen und uns wirklich gefragt, ob sowas überhaupt noch erwähnt werden muss. Für uns und die meisten Overlander sind diese Verhaltensregeln wohl obligat. Aber leider nicht bei allen, die einen 4×4 Camper fahren, die Frage ist nur ob diese Einzelpersonen mit mehr Aufklärung erreicht werden können? Wenn wir uns mit anderen „Verrückten“ auf Treffen, z.B. dem BTT, unterhalten, ist das allerdings auch immer wieder ein Thema, was fast jeder schon auf Reisen bei anderen Fahrern gesehen hat. Wir selber haben das auf einer Westalpen Tour sehr heftig von einigen Jeep Fahrern auf dem Col de Sommeille erlebt, die die „Straße“ wirklich übel zugerichtet haben, dabei war der Arbeiter mit seinem Bagger noch die Winterschäden am ausbessern und hatte den neu zerstörten Bereich gerade fertig.“

„Ich mache mir immer mehr Sorgen über das Wachstum der allradbetriebenen Camper und der Menschen die sich das finanziell leisten können. Rücksicht und Respekt für die Natur vor anderer Leute Haustür steht bei einigen Leuten erst an zweiter Stelle nach den eigenen Heldentaten . Es ist sehr traurig das ein paar wenige Menschen in der Lage sind alles was wir gerne gemeinsam mit Freude erleben wollen einfach so zerstören. Wir machen alle Fehler aber grobe Unverschämtheiten müssen hart bestraft werden.“

„Ich sag kurz hallo aus Sydney. Dasselbe Problem haben wir hier auch. Einige egoistische Camper hinterlassen ihre Spuren von ihrem Camping Vergnügen und vermiesen dem Rest der Leute die den selben Ort in viel größeren Zahlen benützen den Zugang. Ausmerzen kann man es eh nicht aber dank der Medien so wie euren, und wenn wir alle die Nachricht immer wieder and die große Glocke hängen, kommen wir weiter.“

„Es überrascht mich nicht, dass nun die 4×4 Fahrer am Pranger stehen. In der Fachpresse werden die Allradfahrzeuge gepriesen und propagiert, sodass natürlich der Absatz steigt. Und wer dann so ein Auto kauft, will natürlich das Teil auch im Gelände ausprobieren. So ist es nicht verwunderlich, dass zukünftig vermehrt Verbotszonen eingerichtet werden und kleine Feldwege abgeriegelt werden. Es ist zum Verzweifeln. Der explorer und sein Team sind hier gefordert.“

„Schön, dass Ihr so offene Worte gefunden habt. Wir werden oft belächelt, weil wir mit unserem Offroader Regeln und Abstand beachten. Wir sägen weder Bäume noch Äste ab, um einen Weg zu nehmen.
Wir verlegen weder Wege/Straßen, bei Wasserdurchfahrten nehmen wir die kürzeste Strecke und nicht ewig lange durchs Wasser, obwohl eine Fahrstrecke daneben ist. An Wohngebäuden (die ja auch an den einsamsten Strecken zu finden sind) wird Schritttempo gefahren, Wege werden nur befahren, wenn es erlaubt ist. Gerade in Rumänien ist es uns mehrfach aufgefallen… Egal wie ich den Weg hinterlasse und ob Einheimische ihn jetzt noch nutzen können … Hauptsache ich hatte meinen Spaß. Und dann wundern sich diese Personen, wenn immer mehr Wege abgeschottet werden oder Nägel auf die Wege gelegt werden (unter dem Sand).“

„Viele denken , dass die Nutzung eines Allradfahrzeugs einen dazu verpflichtet abseits von Wegen unterwegs zu sein und sich nicht an Vorschriften und Gesetze halten zu müssen. Außerdem vergessen sehr viele, dass man in anderen Ländern zu Gast ist und sich dort entsprechend anzupassen und zu verhalten.“

„Wir sind seit Ende der 70er Jahre mit eigenen und gemieteten Allradwomos auf allen Kontinenten mit Ausnahme der Antarktis unterwegs. Seit über 10 Jahren mehr als 6 Monate pro Jahr. Leider müssen wir immer wieder mitansehen, wie sich Besatzungen von Womos mit und ohne Allrad daneben benehmen. Das führt, wie wir alle bemerken, zu immer größeren Einschränkungen, Verboten und Ablehnung der Vagabunden. Wenn dann auch noch schwere Allrad LKW durch die Natur rossen und natürlich erhebliche Schäden verursachen, wird die Reaktion nicht ausbleiben. Bitte helft, das zu verhindern.“

„Auch wir waren in diesem Jahr vier Wochen und 7900 Km bis zum Nordkap unterwegs. Auf dieser ausgesprochen schönen Tour war es nicht einmal notwendig “ ins Gelände“ zu fahren. Wir fahren gern nur für ein Wochenende auf die Insel Romö nach Dänemark. Wenn wir dort immer wieder beobachten wie die 4×4 Fraktion sich dort benimmt, bekomme ich schon einen kleinen Wutausbruch. Wie die wilde Sau am Strand entlag heizen, dabei sind nur 30 km/h erlaubt. Schon werden auch wir mit unserem Fahrzeug in solch eine Schublade gesteckt und sicher bald nicht mehr gern gesehen sind am Strand von Romö. Genau diese, welche sich meinen mit ihren 4×4 Fahrzeugen dort unbedingt austoben müssen, werden dafür verantwortlich sein, dass irgendwann ein Verbot ausgesprochen wird den Strand mit den etwas größeren Fahrzeugen zu befahren. Wir fahren schon über 30 Jahre nach Skandinavien in den Urlaub, nur wie es sich in den letzten Jahren dort verändert hat lässt sich nur auf das Fehlverhalten der extremen Camperwelle zurückführen. Wo man noch vor wenigen Jahren nett am See stehen konnte stehen heute Verbotsschilder, Schlagbäume oder es wurden Findlinge abgelegt um die Zufahrten zu versperren. Nachvollziehbar! Wenn diese Plätze verdreckt verlassen werden, Chemietoiletten in den Trockentoiletten der Badestellen geleert werden.“

„Ich bin – außer vor zwei Jahren im Matsch auf der Abenteuer-Allrad noch nie so richtig offroad gefahren. Und plane Herbst 2024 Marokko. Damit sind wir auch schon beim Thema: Das Abstrafen kann ich nicht nachvollziehen. Vor dreieinhalb Jahren kam ich zufällig in die 4×4-Szene und besitze seit etwas mehr als 3 Jahren einen Iveco 75-16. Seither folge ich sämtlichen einschlägigen Videos und Posts von Overlandern. Kaum ein Tag vergeht, dass ich mir nicht daran Reiselust hole und meiner Frau immer wieder von neuen Zielen vorschwärme, die wir unbedingt besuchen müssen. Bisher habe ich nirgends Kritik an den Reisenden wahrnehmen können, auch nicht in den Kommentaren. Woher stammt diese wirklich massive Darstellung von euch? Ihr selbst zeigt uns in Eurem Magazin doch auch die Welt und schwärmt davon. Warum ist es aus eurer Sicht anrüchig, wenn Reisende dies auf YouTube, Instagram & Co mit anderen teilen? Verstehe ich nicht. Deren Abonnenten erfreuen sich doch daran, wenn sie am Bildschirm die Reisen miterleben dürfen, die für viele gar nicht möglich sind. Das hat doch nichts mit „männlichem Abenteuertum“ zu tun. Ihr tut ja gerade so, als seien das alles Umwelt-Frevler und -Sünder. Finde ich übertrieben, aber vermutlich seid ihr in der Redaktion ganz anders an dem Thema dran, als einer, der- wirklich täglich – sich die schönen Clips der anderen ansieht, um sich Appetit auf kommende Reisezielen holen.“

„Offroad fahren heißt für mich mit Bedacht fahren und keine wilde Sau spielen. Das heißt auch, den vermeintlichen Stellplatz ordentlich zu verlassen, damit der Nächste sich auch was davon hat. Warum offroad eigentlich? Ich denke es ist die große Suche nach der Natur. Abgeschiedenheit Abenteuer Lagerromantik. Wenn wir alle so weitermachen wird dies irgendwann enden indem Verbote uns wieder auf normale Stellplätze bringen. Das war’s dann.“

„Mit 4×4 finde ich die Off-Road Szene als schwierig. Viele Möchtegern Off-Road, keine Ahnung von richtigem Off-Road fahren. Definieren sich über Material und fahren gerne Guides hinterher.
Zufriedenheit kommt über Hängenbleiben oder Kampf mit Schäden an der Natur, Hauptsache Spuren hinterlassen. Kaum Respekt vor der Natur, Einheimischen oder Lust auf die Länder, in denen sie sind. Einziges Ziel Off-Road. Wir haben zeitbedingt einige organisierte Touren mit 4×4 unternommen und es ist erschreckend, wie wenig Ahnung sehr viele von Fahrtechnik haben. Kurse besuchen, das Fahrzeug kennen lernen, die eigenen Schwäche und Grenzen kennen, kombiniert mit dem Wissen, was kann meine Ausrüstung, scheint out zu sein. Langsam aber sicher stelle ich mir ernsthaft die Frage, ob Off-Road Touren in Europa noch „IN“ für mich sind. Mehr Verantwortung, mehr Können, mehr lernen über uns, die Gastländer, die Regeln dort.

„Mir ist es wichtig zu verstehen worauf in unseren Reiseländern zu achten ist. Schließlich wollen wir auch künftig ohne Vorbehalten unserer Gastländer dort reisen dürfen.“

„Auf unseren Reisen haben wir auch den ein oder anderen Fall von wilder Müllentsorgung (jeglicher Art) erleben dürfen. Die Leute die so etwas machen sind in jeglicher Hinsicht
schmerzfrei getreu dem Motto: „Nach mir die Sintflut…..“

„Ein Beitrag in diese Richtung ist schon lange fällig. Wir bereisen seit 23 Jahren Länder von Marokko bis Georgien. Die letzten zwei Jahre wurde uns das aber gründlich vermiest. Es gibt einfach zu viele Menschen die mit zu viel Geld, großen Fahrzeugen und viel zu wenig Hirn unterwegs sind. Früher gab es ungeschriebene Regeln, zBsp das wenn schon fünf Fahrzeuge am Strand stehen das man weiterfährt und den Locals Platz und Raum läßt, das man vernünftig mit Mensch und Natur umgeht. Im Moment kommt es mir vor dass das einzige was zählt das richtige Bild/Video ist das man präsentieren kann. Und das ohne Rücksicht auf Verluste.“

„Ich finde es sehr schade, dass zunehmend mehr und mehr Menschen die wundervolle Art des Reisens ohne Rücksicht auf das bereiste Land, die Menschen vor allem aber die Natur betreiben.
Selbst noch in der Planung und Ideenphase betrüben mich solche Nachrichten, da es letzten Endes für mich in Zukunft wesentlich schwerer wird, die Freiheit, die diese Art des Reisens möglich macht, zu genießen. Den Ansatz eines Offroad-Verhaltensallmanach oder sogar „Führerscheins“ finde ich durchaus interessant.“

„Wir waren dieses Jahr 2,5 Monate auf dem Balkan, Schwerpunkt Bosnien Herzegowina, Montenegro und Nordmazedonien. Juli bis September dann auf Island. Wir reisen seit fast 9 Jahren mit Pickup und Popup Wohnkabine. Camping seit über 45 Jahren. Es hat sich sehr viel verändert. Wir uns auch. Dieses Prinzip, was früher schon immer die älteren Menschen an die Jüngeren weitergegeben haben und sich in alle Alltagssituationen vom Trinkwasser bis zur nachhaltigen Kleidung mit Wissen um die Natur, der Flora und Fauna unserer einzigen Erde und deren begrenzten Ressourcen manifestiert hat, scheint gebrochen worden zu sein. Die Menschen haben weder genug Wissen, obwohl sie sich das aneignen könnten, noch die nötige Balance aus Respekt, Wissen, Empathie für alle Lebewesen und Rücksichtnahme, sondern frönen einem oft narzisstischem unerträglichen und überheblichem Individualismus. Da ist es fast schon logische Folge, dass sich genau diese Entwicklung der Gesellschaft auch in der Offroad Szene spiegelt. Wir sahen sehr rücksichtsloses Verhalten genau der im Newsletter beschrieben Art mit eigenen Augen dieses Jahr und die vorherigen Jahre mit einer boosterhaften Verstärkung über und nach den COVID Jahren. Protze und Prolle mit gigantischen LKW‘s in teuersten Ausstattungen mit Laien und rücksichtslosen Idioten am Steuer ebenso nach unten in der Ausstattungsspirale wie auf Island zu Tausenden in Dacia Dusters mit Dachzelt überall durchbretternd alle Regeln brechend. Aber trotzdem ist es eine Minderheit.“

„Ich würde keine Tips zu Fahrtechniken oder Anleitungen zum Fahren im Gelände im Heft veröffentlichen. Solche Artikel verleiten ja gerade dazu, so etwas selbst auszuprobieren und dann kommt es genau zu den beschriebenen Situationen, über die Ihr geschrieben habt. Wenn jemand wirklich daran interessiert ist, das Fahren im Gelände zu erlernen ist ein Training in echtem Gelände der bessere Weg.“

„Mein Beispiel aus früheren Jahren, als es das Därr Treffen in Zellerreit noch gab. Ein 12t LKW kam frisch von einer China Tour mit Costi Abert und war zu bequem vor befahren der nassen Wiese die Luft in seinen Reifen deutlich zu reduzieren. Ergebnis waren ca 30cm tiefe Furchen, die der Bauer nach dem Treffen wieder beseitigen musste. Aber Corona hatte leider weitere Effekte. Durch die erhöhte Besucherzahl der neuen verkauften WoMos war nach der Coronazeit heuer in Sardinien fast alles im Zeitraum Ende September – Anfang Oktober an Stellplätzen gesperrt und teils mit Polizei-Hubschrauber kontrolliert, sowie das Meer fast nicht erreichbar.
Bekannte berichteten von Kroatien ähnliches, nur der Peleponnes war nach den Unwettern heuer leer.“

„Als seit gut 4 Jahren Dauerreisender erlebe ich krasses Fehlverhalten auch direkt und an Orten die schützenswert sind. Beispiele gibt es zuhauf. Wenn ich Blogger auf YT auf ihr Fehlverhalten aufmerksam mache werde ich durchgehend übel beleidigt und stoße auf völliges Unverständnis.Viele Reisende haben mittlerweile ein sehr fragwürdiges Verständnis von Freiheit.
Egoismus leitet bei vielen inzwischen das Handeln, Rücksichtnahme und Respekt werden zunehmend zur Ausnahme.“

„Wahre Worte. Wenn dieses rücksichtslose Verhalten weiter zunimmt, dann brauchen wir uns nicht über Übernachtungsverbote etc zu wundern. Wenn wir irgendwo frei stehen, dann wird kein Müll und Abwasser hinterlassen. Ansonsten nutzen wir Stellplätze und befestigte Wege. Auch da kann man Offroad Vergnügen haben. “

„Mit Kopfschütteln habe ich diesen Videobeitrag auch gesehen und bei mir so gedacht was mit denen nicht ganz richtig im Kopf ist. Respektlosigkeit , Männergehabe, Schwanzvergleich fielen mir so als Schlagworte danach ein. Leider wird es in Medien egal welcher Art uns immer wieder als DIE Freiheit vorgekaut bzw. verkauft. Auto und Zubehörverkäufer springen ebenfalls auf den Zug auf. Nur das es nicht das wahre Leben widerspiegelt. Traurig das einzelne Personen so einer großen Gemeinde Schaden zufügen und wir die Folgen tragen müssen. Vom explorer wünsche ich mir das solche Dinge auch ruhig mal zum Thema werden. Nicht als Moralapostel sondern frei nach dem Motto So geht es richtig und alle sind glücklich.“

„Das mit dem daneben verhalten sehe ich genauso, und dann noch stolz in den sozialen Medien zeigen! Ob die betroffenen ihre „Abenteuer“ nun bereuen bezweifle ich. Ich glaube die sozialen Medien sind mit schuldig, man wird animiert zu machen. Bei dem Thema solltet ihr und auch andere Magazine mal für Aufklärung sorgen.“

„Schon seit langem haben mich die Bilder von Flussfahrten gestört, häufig in Island. Hier wäre meine große Bitte an Euch, solche Bilder nicht zu drucken und generell darauf hinzuweisen, dass Fahrzeuge nichts im Wasser zu suchen haben, ausgenommen unvermeidliche Flussüberquerungen, wenn der Pegel unerwartet zu stark angestiegen ist und es keine andere Möglichkeit gibt. Alles was die Radmitte erreicht ist zu viel, aus den Gelenken und Lagern kann immer Fett/Öl austreten, ganz davon abgesehen von den Schäden im Flussbett. Ist es nicht so, dass schon ein Tropfen Öl Unmengen von Wasser verunreinigt? Bitte darauf hinweisen, durch Wasser zu fahren beweist nur Rücksichtslosigkeit, nichts mehr. Neulich sahen wir in Griechenland ein Paar mit einem neuen Lkw und großer Kabine. Der Anblick war schon surreal. Zwei Personen blockieren 8 Parkplätze des Supermarkts und empfinden nichts dabei. Wir fahren einen 4Runner und haben schon oft erlebt, wie eng es in den Bergen oder Zufahrten zu Stränden sein kann.“

„Ich bin der Ansicht, dass auch gut gemeinte Ratschläge nichts bewirken. Entweder hat man ein Gespür und den nötigen Respekt, wie man sich in anderen Ländern, insbesondere auch mit anderen Kulturen, verhält, oder man hat das nicht. Falls man das nicht hat sollte man besser zu Hause bleiben.“

„Gottseidank sprecht ihr dieses Thema endlich an. Was habe ich im Netz schon Videos gesehen, wo dreiachsige LKWs den Isländischen Permafrost durchpflügen, der dann hunderte von Jahren braucht, sich zu regenerieren. Wir sind gerade in Südamerika auf Reisen und wollten gestern einen offiziellen Weg durch einen Araukarien Wald nehmen, aber als der Weg zu schwierig wurde, drehten wir eben um. Man muss nicht um jeden Preis überall hin. Der Respekt vor der Natur steht an erster Stelle, nicht mehr als seinen Fußabdruck, bzw. Reifenabdruck zu hinterlassen, steht an erster Stelle.“

„Wir bereisen seit gut 3 Jahren mit unserem Sprinter 4×4 Europa und haben auch immer wieder Kontakt mit 4×4 Kollegen. Leider kann ich bei vielen nur den Kopf schütteln denn wenn eine Strecke gesperrt ist respektieren wir das und überlegen uns Alternativen. Leider ist das sehr häufig nicht der Fall und wir werden dann auch oft belächelt. Wenn ich einen Platz anfahren und sehe Einheimische, ist mein erster Weg ein Gespräch mit Ihnen und der Nachfrage ob es OK ist wenn wir hier übernachten. Müsste eigentlich selbstverständlich sein, ist es aber leider oft nicht. Es reichen hier wenige um Unfrieden zu stiften.“

„Wir sind zur Zeit mit unserem Unimog in den USA unterwegs und hier gibt es zwei sehr gute Programme zum verantwortlichen Umgang mit der Natur bzw. Offroad fahren. Das eine heißt Tread Lightly, das andere Leave No Trace. Die werden hier überall auf Events und auch auf den Seiten der State und National Parks beworben. So etwas habe ich in Europa noch nicht gesehen und vielleicht kann etwas mehr Bildung und Sensibilisierung in der Overland Szene helfen. Ich glaube nicht, dass es immer böse Absicht war, oder es um Views und Klicks um jeden Preis geht. Schöne Grüße aus Mississippi!“

„Das ist es, was ich am explorer so sehr schätze: Die kluge und kritische Sicht auf die Allrad-Szene aus der Innenperspektive. Als Neueinsteiger, der sich erst dieses Jahr einen gebrauchten Nissan mit Wohnkabine gekauft hat, und als jemand, der bei den künftigen Touren (ein Jahr Südamerika ist ab Juli 2024 geplant) gleich von vornherein sanft mit der Natur unter den Reifen umgehen möchte, würde ich mich sehr über Hintergrundartikel zu den im Newsletter angesprochenen Themen freuen.“

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