Gar nicht cool – Was tun bei Unterkühlung?

Die Kälte wird bei Trekking-Touren gerne unterschätzt. Trägt man dann noch keine atmungsaktive Kleidung, kann es zur Unterkühlung kommen. Welche Arten der Unterkühlung gibt es und wie geht man im Notfall vor?

Unterkühlung

Kälte zählt zu den oft unterschätzten Gefahren einer Wanderung. Ist man bereits mehrere Stunden auf anstrengendem Terrain unter­wegs und trägt dabei die falsche Kleidung, verliert der Körper mehr Wärme, als er produzieren kann. Kritisch wird es, wenn die Körpertemperatur unter 37 Grad sinkt, unter 35 Grad spricht man bereits von Unterkühlung. Doch welche Formen der Unterkühlung gibt es und wie sich diese behandeln?

 

Leichte Unterkühlung

Die leichte Unterkühlung ist daran ­erkennbar, dass der Betroffene stark zittert und sich seine Atmung sowie sein Pulsschlag beschleunigen. Die Haut ist kalt und blass, die Körpertemperatur sinkt auf etwa 34 Grad. Als zuverlässige Methode gilt die Temperatur­messung am Trommelfell. Doch verlässlich ist das Ergebnis nur, wenn das Thermometer auch wirklich das Trommelfell anpeilt. Dafür zieht man das Ohr leicht nach hinten oben, damit der Gehörgang gerade ist. Am Ohreingang gilt die Temperaturmessung als unzuverlässig, genauso unter den Achseln. Doch nicht immer ist ein Thermometer vorhanden, umso wichtiger ist es, die Symptome, die ein Betroffener zeigt, richtig zu deuten.
Um ein weiteres Absinken der Körper- temperatur zu verhindern, ist schnelles Handeln gefragt: gegebenenfalls muss die feuchte Kleidung ausgezogen und durch trockene ersetzt werden. Findet sich kein wärmerer Ort, sollte die unterkühlte Person in den Windschatten gebracht und mit wärmenden Decken, Matten oder Kleidungsstücken geschützt werden – je nachdem, was zur Verfügung steht. Auch die eigene Körperwärme oder Wärmezufuhr in Form von gesüßten, heißen Getränken wie Tee können helfen – Alkohol ist dagegen tabu!

 

Schwere Unterkühlung

Kritisch wird es, wenn die Körper­temperatur unter 32 Grad sinkt. Der Betroffene spürt weder Schmerzen noch zittert er. Seine Muskeln versteifen sich, Puls und Atmung werden langsamer und unregelmäßig. Über Stunden hinweg kann sich sein Zustand von der Teilnahmslosigkeit bis zur Bewusst­losigkeit verschlechtern, unter 27 Grad kann es zum Kreislaufzusammenbruch kommen.
In diesem Stadium sollte der ­Betroffene nicht mehr bewegt und mit äußerster Vorsicht behandelt werden. Die Vermischung des kalten Blutes mit dem warmen Blut des Rumpfes könnte zu einem starken Temperaturabsturz und der wiederum zu einem Kreislaufschock bis hin zum sogenannten ­Bergungstod führen. Auch deshalb ist ein Kleiderwechsel nicht mehr ratsam. Sind Bewegungen – beispielsweise für einen Abtransport in eine wärmere Umgebung – zwingend erforderlich, sollten diese möglichst langsam erfolgen.
Für die Wärmezufuhr von außen sind Wärmepacks punktuell zu heiß, helfen sollte man maximal mit der eigenen Körperwärme, vorgewärmten ­Decken oder Pullovern am Rumpf. ­Außerdem sollte man versuchen, den Betroffenen durch beruhigendes ­Zureden wachzuhalten.
Sinkt die Körpertemperatur unter 25 Grad, spricht man vom Scheintod. Der Puls ist nicht mehr tastbar, die Pupillen des Betroffenen starren ins Leere, es entstehen lange Atempausen.

 

Hibler-Wärmepackung

Die Hibler-Wärmepackung soll einen weiteren Abfall der Körpertemperatur verhindern

 

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Gegen eine starke Unterkühlung kann die Hibler-Wärmepackung helfen. Sie soll den weiteren Abfall der Körper­temperatur verhindern und gleichzeitig den Rumpf wieder erwärmen.
Bei der Hibler-Wärmepackung wird der Betroffene in mehrere Lagen Decken eingewickelt. Falls keine Decken vorhanden sind, können alternativ Kleidungsstücke verwendet werden. Über ein Wärmepolster von etwa 40 Grad soll der Rumpf des Betroffenen warmgehalten werden. Achtung: Verbrennungen ­müssen unbedingt durch eine Kleidungs­schicht oder Decke verhindert werden. Alternativ können als Wärmepolster feuchte (beispielsweise durch Tee auf­gewärmte) Tücher auf einer Decke auf Bauch und Brustkorb dienen. Generell sollte Wasser jedoch in dieser Konstruktion vermieden werden, weshalb gegebenen­falls die nasse Kleidung ausgezogen werden muss.
Beim Einwickeln des Betroffenen müssen Arme und Beine außerhalb der Decken bleiben. Sie dürfen weder ­bewegt noch massiert werden, um einen sogenannten Afterdrop zu vermeiden. Beim Afterdrop öffnen sich durch Erwärmen oder Bewegen des Körpers die Blutgefäße, das kalte Blut fließt aus den Extremitäten zu den lebenswichtigen Organen in der Körpermitte. Dort vermischt es sich mit dem warmen Blut – Herzrhythmusstörungen sind die Folge, im schlimmsten Fall sogar ein Herz-Kreislauf-Stillstand. Hat man nach zwei Stunden keine Hilfe finden können, sollte die Wärmepackung erneuert werden.