ON TOUR. OFF ROAD: REISEN. AUTOS. TECHNIK.

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Wo ist Ende im Gelände? – Reifen-Knowhow Teil 4: Gelände-Vergleichsfahrten

Grobstollige Reifen sollen bei hartem Geländeeinsatz ihre Vorteile ausspielen – verspricht die Werbung. Aber was bedeutet das genau? Und ist es für 4×4-Camper überhaupt relevant?

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Eigentlich beginnt das Problem schon ganz am Anfang, mit der kognitiven Dissonanz zwischen unserem Wunsch, wie eine Reise mit unseren Expeditionsmobilen ablaufen wird – und der zu erwartenden Realität. Bei Konzeption und Ausstattung unserer Camper schwingt deshalb bei der großen Mehrheit der Gedanke mit, alles besser am extremen Ende der Möglichkeiten auszulegen, unterstützt auch von den entsprechenden Aussagen der Werbung und den Eindrücken von Messen, Treffen und Festivals. Was aber wird die Reiserealität wirklich mit sich bringen?

Interessant zu sehen ist, dass Besitzer von Lkw erheblich häufiger auf grobstollige Reifen setzen als Geländewagenfahrer, bei denen sich das All-­TerrainProfil hoher Popularität erfreut. Kein Wunder, versprechen doch die Hersteller genau das Beste aus zwei Welten: eine Optimierung auf 50 Prozent Straßeneinsatz und 50 Prozent Geländeeinsatz. Aber halt: Geht das denn überhaupt so pauschal? Wie ist denn dieser Offroad-Anteil definiert? Ebenfalls prozentual à zehn Punkte nach Schlamm, Sand, nassem Fels, grobem Geröll und feinem Schotter?

Mittlerweile begleitet diese Serie zu Reifen-Basics die Arbeit der explorer-Redaktion seit über einem Jahr – und mit jedem gefahrenen Testkilometer, ­jedem neuen Gespräch, jeder gemachten Erfahrung beginnt sich ein zweigeteiltes Bild herauszukristallisieren, das in seiner Klarheit überrascht. Zum einen: Der optimale Reifen für den Einsatz auf Allrad-Campern müsste ganz anders sein als das, was der Markt bereithält. Und zum anderen: Die ­Bereiche, in denen die Profile von All-Terrain, ­Rugged-Terrain oder Mud-Terrain ihre Vorteile ausspielen, rücken – mit jedem neuen Stand der Vergleichsfahrten – weiter an die Ränder der auf Reisen üblichen Bandbreite an Bodenbeschaffenheit.

Es sind also Spezialisten auf ihrem Gebiet – und das ist im Grundsatz etwas sehr Wertvolles. Wer etwa plant, in der Regenzeit durch den Kongo zu fahren, ist nur gut damit beraten, sich möglichst passende, auf den schmierigen Lehm der dann häufig aufgeweichten Wege zugeschnittene Reifen aufzuziehen. Mit welcher Art Fahrzeug werden solche Extremtouren aber unternommen? Es sind meist Geländewagen ohne große Wohnaufbauten – auch sie sind Spezialisten. Wo sie nicht durchkommen, ist auch für andere Fahrzeuge Schluss. Ein Blick in die aktuellste Leserumfrage des explorer zeigt: Weniger als ein Fünftel aller 4×4-Camper-Besitzer wählt solche Strecken auf seinen Reisen.

Wie aber soll man wissen, was ­extrem ist, wenn es an der Erfahrung aus solchen Situationen fehlt? Woher soll man wissen, dass Reifen, die so unterschiedlich aussehen, so unterschiedlich beworben werden, mitunter gar nicht das Plus bieten, das man sich erhofft?

Aus diesem Grund haben wir in ­diesem Teil der Serie eine Teilung vollzogen: Zu einem ersten systemischen „Offroad“-Vergleich der sechs Reifen­typen, die auch in den zurückliegenden zwei explorer-Ausgaben als Stellvertreter bereitstanden, stellen wir auch Erfahrungen aus verschiedenen Terminen des explorer, die einen Eindruck davon vermitteln können, wie sich ­unterschiedliche Reifentypen auf losem Boden verhalten – und wann es sinnvoll sein kann, sich für einen mehr oder weniger extremen Reifen zu entscheiden.

Spannend ist zu sehen, wie vielschichtig das Thema Reifen ist, fernab ­aller optischen und geschmacklichen Entscheidungen. Wie klein die Auswirkungen bei einer großen Frage („Welchen Reifen soll ich kaufen?“) auf der einen Seite sein können, und wie groß die Auswirkungen von Dingen, die wir gar nicht direkt mit dem Thema verknüpfen („Wann wurden die Stoßdämpfer zuletzt getauscht?“), auf der anderen Seite. In Zeiten, wo aus gestalterischen Gründen immer häufiger Niederquerschnittsreifen auf Offroadern montiert werden, ist es womöglich genau die richtige Zeit, dem wichtigsten Ausrüstungsgegenstand eines Fahrzeuges mehr Aufmerksamkeit zu widmen.

 

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