AMR-Treffen verlässt Lüneburg

Veranstalter und Gemeinde haben sich nicht auf eine weitere Nutzung der Flächen einigen können

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Das AMR-Treffen, erstmals im Jahr 1997 von Jörgen Hohenstein ausgerufen, ist bei den Globetrottern Norddeutschlands fester Bestandteil des Sommers. Die Veranstaltung, zu der Jahr für Jahr gut 400 Fahrzeuge und ihre Besatzungen anreisten, erfreute sich nicht zuletzt aufgrund des besonders schönen Areals großer Beliebtheit: Freibad, See, Wald, Wiese – es glich immer einem Wochenende im Freizeitpark, wenn man zum AMR-Treffen anreiste.

Nun musste Veranstalter Carsten Rennecke, der sich seit einigen Jahren um das Treffen kümmert, eine bittere Niederlage im Bemühen um eine weitere Nutzung dieser Flächen verkünden. „Trotz vieler Gespräche mit Verantwortlichen der Samtgemeinde Amelinghausen in den zurückliegenden Wochen und Monaten ist es mir nicht gelungen, sie davon zu überzeugen, welchen Stellenwert dieses einzigartige Treffen genießt“, berichtet Rennecke. Immer wieder war es in der Vergangenheit bereits problematisch, die seit Jahrzehnten bestehenden Abmachungen in die Zukunft zu überführen – im Gegensatz zu anderen Veranstaltungen erstreckt sich das AMR-Treffen nicht nur über eine Fläche, sondern ist auf die Unterstützung vieler Parteien zuständig. Wie Carsten Rennecke berichtet, würden der neue Bürgermeister Christoph Palesch sowie ein Landwirt, der in den zurückliegenden Jahren immer Teile seines Feldes zur Verfügung gestellt hatte, keinen Mehrwert mehr für die Gemeinde sehen, sondern vielmehr einen unverhältnismäßig hohen Aufwand. Wie die Lüneburger Zeitung in ihrer Ausgabe vom 10. März berichtet, hätten die Gäste des Treffens jedoch zuletzt nicht nur den positiven Eindruck hinterlassen, den man sich eigentlich für eine solche Veranstaltung erhofft, Autor Marcel Baukloh berichtet von persönlichen Auseinandersetzungen mit dem Landwirt und „erheblichen Flurschäden“ durch schwere Lkw. Vor allem aber sei die Sanierung und Umgestaltung des Reisemobil-Stellplatzes – bislang ein großer, unstrukturierter Parkplatz – mitverantwortlich dafür, den Pachtvertrag nicht zu verlängern. Der Platz am Waldbad wird durch eine Parzellierung aufgewertet und bekommt in diesem Zusammenhang auch eine Schrankenanlage, die die Zufahrt regeln soll. Der asphaltierte Platz, vom Wald umrandet, war in der Vergangenheit Dreh- und Angelpunkt des AMR-Treffens.

Unverständlich bleibt die Einschätzung der Gemeinde, dass eine so große Veranstaltung, die wie keine andere mit dem Ort Amelinghausen verknüpft ist, keine ausreichende wirtschaftliche Attraktivität besäße. Laut Lüneburger Zeitung möchte man künftig lieber wieder den regulären Besuchern des Stellplatzes Vorrang gewähren, die in der Vergangenheit entweder auf umliegende Stellplätze ausweichen mussten – oder sich als Teilnehmer unter die AMR-Gäste mischten. Für eine Stellungnahme gegenüber dem explorer war Christoph Palesch bislang nicht erreichbar.

Carsten Rennecke ist jedoch weiter optimistisch, bis zum gesetzten Termin am letzten August-Wochenende (26.-28.8.) ein passendes alternatives Gelände zu finden, um die Tradition des AMR-Treffens fortführen zu können. „Die Messlatte von Amelinghausen liegt jedoch verdammt hoch – ich gebe zu, dass ich bislang noch nicht erfolgreich damit war, einen würdigen Nachfolgeort zu finden. Daher würde ich mich über jeden Hinweis oder Tipp bedanken, der dazu beitragen könnte, diesen neuen Ort zu finden.“

 

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