10 Jahre explorer – von A bis Z

Nach einem Jahrzehnt Redaktionsarbeit wird es Zeit für einen Blick hinter die Kulissen. Wie entsteht eigentlich so ein Heft, warum sind alle Redaktionsautos blau – und wer bringt die Briefe zur Post?

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Wie schnell doch so ein Jahrzehnt vergeht. Gerade noch improvisiert man mit begrenzten Mitteln die Erstausgabe hin, und ehe es man sich versieht, haben wir Autos aufs Dach rollen lassen, Blitzeinschläge provoziert, 87 Reiseregionen porträtiert, 83 Camper getestet und 70 Fahrzeuge Probe gefahren. Wir haben gelernt, wie Wunden richtig genäht ­werden und wie sich ein Reifen mit Bordmitteln flicken lässt. Haben unter Unimogs gelegen und mit Kompressoren in der Sauna gesessen. Spaß hat es gemacht! Nicht immer, zugegeben, aber doch sehr, sehr, sehr, sehr oft. 

Zehn Jahre explorer. 54 Ausgaben. ­Aufeinandersgestapelt ergäben alle gedruckten Hefte einen Turm, 13 Kilometer hoch – Stirnseite an Stirnseite käme sogar eine Strecke von 486 Kilometern ­heraus. Manchmal braucht es so einen Vergleich, um zu bemerken, wie viel doch passiert ist, was das Heft auch ganz praktisch bewegt hat. Dreißig Sattel­züge, beladen mit dem ­explorer. 

An vieles erinnert heute nur noch das eine oder andere herumliegende ­Relikt im Büro. Abgerissene Seilaugen eines aufschlussreichen Tests von Kinetikseilen etwa. Zerfledderte, mit Notizen gespickte Landkarten. Eine Kiste mit Währungen aus der ganzen Welt. Und natürlich Bilder. So blicke ich täglich im Büro auf die leuchtende Lava eines ­isländischen Vulkans, den ich im Rahmen einer Reiserecherche live besuchen konnte. Mit der Aufnahme verbunden bleibt die Erinnerung, dass man Kameradrohnen nicht zu tief und nicht zu lange in der kochend heißen Luft über dem Lavastrom fliegen lassen sollte …

Ich habe Journalisten nie gemocht. Ich habe sie alle in meinen Büchern sterben lassen. – Agatha Christie

Zehn Jahre, das sind nicht nur mehr als 3.650 Tage. Es waren auch immer wieder lange Nächte, wenn Themen im Magazin kurzfristig noch einmal umgeplant werden mussten, es waren bange Minuten, wenn sich der Weg auf Reisen als weniger tragfähig erwies als gedacht – und es waren auch schon einmal endlose Stunden in Wartestellung, als der Test­wagen einfach nicht auffindbar war und der Hersteller spontan auf Tauchstation ging (also gab es für diese Ausgabe sogar gleich beides: lange Nächte und endlose Stunden, um den Fahrzeugtest wie geplant ins Heft zu bekommen).

Ändern wird sich in dieser Hinsicht wohl nichts: Journalismus ist und bleibt kurzweilig, spontan, aufreibend, abwechslungsreich, fordernd und faszi­nierend zugleich. Grund genug also, mit Freude auf das kommende Jahrzehnt zu schauen. Und das verspricht spannend zu werden.  

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