Eigentlich sollten nur ein paar kleine Mängel an der Kabine ausgebessert werden, bevor der neue Lack gespritzt wird. Nur durch Zufall offenbarte sich ein größerer Wasserschaden – ärgerlich, aber reparabel.

Wasser. Ich hasse Wasser. Klingt komisch, für jemanden, der an der See wohnt und Wassersport zum Hobby hat, aber im Auto werden H2O und ich keine Freunde mehr. Schon in meinem ersten Kastenwagen fing das an, als ein durchgegammelter Boiler dafür sorgte, das die Wasserpumpe 200 Liter Frischwassser in den Innenraum pumpte. Unbemerkt. Seitdem ist die Liste mit jedem Auto, jedem Ausbau, jeder Reise länger geworden. Und nun hängt doch tatsächlich am Unterboden der Kabine ein Pilz.

Eigentlich kann das nicht sein. Der Schaumkern geschlossenporig, die Kanten der Platten auf Gehrung geschnitten und mit Laminat verschlossen. Alle Bereiche abgedichtet. Und doch: eindeutig ein Pilz. Schon als sich der Multimaster durch das GFK des Eckprofils arbeitet, beginnt es zu tropfen. Nicht viel, aber deutlich. Verdächtig leicht löst sich das Profil, Gelcoat bricht vom Laminat der Wand. Es fühlt sich feucht an. Wie kann das sein??

Tatsächlich ist Wasser an eine der Stellen gedrungen, an der ich beim Bau pfuschte. In der Ecke der Wand ist eine Holzverstärkung, um die Halterungen der Absetzstüzen abzufangen. Die Gehrung passte nicht, ich schliff etwas vom Laminat weg. Und – Volltreffer: genau diese Stelle hat das Wasser gefunden. Für soviel Schlauheit muss man es fast schon wieder mögen.

Wie aber ist das Wasser überhaupt dorthin gekommen? Wieder offenbart sich Baupfusch. Unsichtbarer. Statt Lack haben die Wände eine Gelcoat-Oberfläche. Vom Entformen ist die Oberfläche noch mit Trennwachs benetzt, die Dichtungsmasse haftet nicht, Regenwasser kann hinter der Dichtung zwischen Wand und umlaufende GFK-Kante gelangen. Wie stark die Kapillarwirkung ist, wird am Abend deutlich. Keine Stelle am gesamten unteren Teil der Kabine, an der nicht ein paar Tropfen Feuchtigkeit stehen und im Laufe der Zeit das Polyester-Gelcoat vom Epoxid-Laminat abgelöst haben. Alle  aufgeklebten Kanten sind fast ohne Aufwand abzunehmen – immerhin ein Lichtblick in Anbetracht des Schadens.

Was habe ich daraus gelernt? Mit Wasser ist nicht zu spaßen, jede Dichtung, die das Element außenvor halten soll, muss wirklich 200-prozentig sein. Gut war die Entscheidung, die Kabine in Epoxidharz zu bauen. Im Gegensatz zu Polyester ist es erheblich unempfindlicher gegenüber Feuchtigkeit, was hier gut zu sehen war: Das Polyester-Gelcoat nahm Schaden, der eigentliche Laminataufbau ist völlig unversehrt. Statt aufgesetzter Kanten, die ohnehin nur der Optik dienten, werden die Ecken in den kommenden Tagen mit zwei Lagen Laminat komplett verschlossen, dann wird gespachtelt und lackiert. Wenn es dann noch einen Wasserschaden zu beklagen gibt, dann hat wohl mal wieder ein Boiler den Geist aufgegeben.

1. Teil der Umbaumaßnahme
2. Teil der Umbaumaßnahme
3. Teil der Umbaumaßnahme
4. Teil der Umbaumaßnahme
5. Teil der Umbaumaßnahme