Um Platz zu machen für neue Tanks, musste viel Technik umplatziert werden. Und um die zusätzliche Höhe der 14.00er Räder zu kompensieren,  musste der Hilfsrahmen tiefergelegt werden. Beides ist jetzt abgeschlossen, nun geht es an die Aufarbeitung der Kabine.

Diese verfluchte Druckluft. Es ist schon spät, das Auto hätte schon lange fahrbereit sein müssen, und noch immer hört man ein deutliches zischen aus den frisch verlegten Leitungen. Also im Licht von ein paar Neonröhren über den Rahmen gebeugt, mit dem Schraubenschlüssel angesetzt und – ZACK – abgerutscht. Mit dem Finger gegen eine Schnittkante geprallt und schon ist sie, da die Sauerei. Der Schnitt im Finger ist tief, das Blut tropft, mit einer Hand den Verbandskasten aus dem Kombi zu zirkeln ist genauso kompliziert wie das anschließende verbinden. Vom weiterarbeiten mit Verband ganz abgesehen.

Was lernt man daraus? Pfuschen rächt sich, Kanten entgraten lohnt sich, 8 Bar Luftdruck hat Kraft. Aber es hilft nichts. Am kommenden Mittag wartet Max Fesche mit seinem Schlosser Andreas auf UMa, ohne funktionierende Bremse klappt die Fahrt nach Hamburg nicht. Genausowenig mit leeren Batterien. Eine Schraube nicht richtig angezogen und schon bekommt nur eine der zwei Startblöcke den Strom von der Lichtmaschine zu spüren. Pfusch rächt sich, der ADAC hilft aus.

Doch die Umbauarbeiten entwickeln sich. Alle Komponenten der Bremsanlage haben einen neuen Platz gefunden, sind angeschlossen und funktionieren. An ihrem vorherigen Platz ist nun Raum für die Komfort-Tanks: Gas und Wasser. Mit Propan/Butan sind die Erfahrungen auch auf Langfahrt gut, nun soll ein platzsparenderer Tank die bisherigen 11-Kilogramm-Flaschen ersetzen – und mit 110 Liter Volumen sogar noch die Kapazität einer dritten Flasche mitbringen. Der Hersteller liefert in prompten 24 Stunden Tank und Befestigungsmaterial, die Montage auf den zwei alten Tankkonsolen des Steyr ist schnell gemacht. Nur noch mit grauer Farbe überlackiert, fertig. Wenn zum Jahreswechsel die Kabine wieder aufgesetzt wird, muss nur noch die Leitung ins Kabinen-Innere hergestellt werden. Zwischen Rahmen und Tank bleibt etwas Platz, hier steht zukünftig ein 150 Liter großer Wasserbehälter – dazu in ein paar Wochen mehr.

Unfähig, eine haltbare Schweißnaht zu ziehen, muss ein Profi ran: auf dem Werkstatthof von Kabinenbauer Max Fesche geht es dann ans Blech. Der federgelagerte Hilfsrahmen bekommt vorn neue Querholme und zusätzliche Aussteifungen zwischen den Längsträgern. Wie bei einem Shelter ist UMas Kabinen-Boden so verstärkt, das er nur an den vier äußeren Punkten befestigt sein muss. Das macht den Hilfsrahmen sehr filigran und leicht. Bleibt zu hoffen, das sich das System auch die weiteren Jahre so bewährt wie bislang.

Positiver Nebeneffekt des Außentermins: die erste längere Ausfahrt mit der großen Bereifung. Sie reduzieren die Drehzahl deutlich, auch die Abrollgeräusche sind nicht mehr mit den alten zu vergleichen. Leider auch die vorhandene Leistung. Das klassische Steyr 12M18 -Tuning, Ladeluftkühler und Einspritzpumpen-Justage, werden vor der nächsten längeren Tour wohl nötig sein. Aber nun geht es erst einmal zurück in die Halle, Schleifmaschine zücken, Kabine auffrischen. Bis Ende Dezember ist nicht mehr viel Zeit. Und Pfusch rächt sich, bekanntermaßen.

1. Teil der Umbaumaßnahme
2. Teil der Umbaumaßnahme
3. Teil der Umbaumaßnahme
4. Teil der Umbaumaßnahme
5. Teil der Umbaumaßnahme