Die Hubdachkabine des Redaktionslasters entstand für ein anderes Fahrgestell, auf dem Rahmen des 12M18 wirkt sie mächtig kurz. Nun wird der Platz davor und dahinter mit Stauraum aufgefüllt

Was war das im Jahr 2012 für ein Kampf. Auf 3,15 Meter Kabinenlänge eine feste Sitzgruppe, ein festes Doppelbett, Küche und Nasszelle unterzubringen, endete damals im Entwurf der Hubdach-Kabine. So waren alle Komponenten platziert und der Überhang des LT40 4×4 bis an die Schmerzgrenze ausgereizt.

Heute, wo die Box auf den deutlich größeren Steyr 12M18 umgezogen ist, wirkt die Kombination etwas zu kurz gesprungen. Bett, Bad und bequeme Sitzecke – das wäre hier auch hintereinander gut umsetzbar gewesen. Aber wer schon einmal die Vorzüge einer Hubdach-Box kennengelernt hat, will sie nicht mehr missen. Was aber mit dem zusätzlichen Platz auf dem Fahrgestell anfangen? Nach fünf Jahren und verschiedenen Experimenten ist nun der Plan gereift: zusätzlicher Stauraum wird geschaffen, zeitgleich wird das Ersatzrad versenkt und ist damit besser vor UV-Strahlung geschützt. In die neu geschaffenen Fächer werden Teile der Technik ausgelagert, Platz für neue Technik geschaffen (Backup-Heizung, Wasserfilter) – im alten Technikraum entsteht so ein Lagerplatz für ein kleines Faltboot.

Der Weg zum neuen Platzangebot – und einer etwas gestreckteren Silhouette – ist recht einfach, vorn und hinten werden einfach Kästen aus dünnen Sandwichplatten anlaminiert, es kommen sogenannte DuFlex-Platten zum Einsatz (aus diesen entstand auch die gesamte Ursa Minor-Kabine).
Mit Epoxidharz und Glasgewebe-Tapes werden die vorbereiteten Platten an die Kabine angeklebt, anschließend der Übergang verspachtelt und alles frisch lackiert.  Einzige Hürde bislang: der Zwischenraum zum Fahrerhaus ist so eng, dass sich keine handelsübliche Serviceklappe mit passenden Maßen finden lässt, erst eine Einzelanfertigung bei Mekuwa löst das Dilemma.

Der Raumgewinn ist immens – und jeder der vier Boxen bekommt ihre eigene Aufgabe. Hinter dem Fahrersitz werden Starterbatterien, Pufferbatterien der Seilwinde und die passende Ladetechnik ihren Platz finden (Raum für ein Starthilfekabel inkl. Nato-Stecker ist auch). Auf der gegenüberliegenden Seite wird eine kleine Diesel-Luftheizung als Backup und Fahrerhausheizung untergebracht, darüber nehmen Fächer die Bergeausrüstung auf. Am Heck, Beifahrerseite, ist zukünftig die gesamte Elektroverteilung mitsamt Batterien zusammengefasst, in der gleichgroßen Box auf der Fahrerseite sind Standheizung und Wasserversorgung vorgesehen.

Dieses Setup hat ein Nachteil: alle Elemente sind nur noch von außen zugänglich – das geht bei einer Wohnkabine im Lkw-Format eigentlich komfortabler. Bedingt durch die geringen Abmessungen der Originalkabine bietet sich so aber erstmals die Möglichkeit, alles gut erreichbar und mit den entscheidenden Zentimetern Luft rundherum zu verbauen. Das sorgt für eine gute Erreichbarkeit aller Bauteile – und das ist auch was wert.

Steyr 12M18 - Ersatzreifen Halter mit zusätzlicher Staubox

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