„Landtrek“: neuer Pickup von Peugeot

PSA bedient sich für Lastesel aus dem chinesischen Konzernregal

Der neue Peugeot Landtrek wird vorerst nur in Lateinamerika und südlich der Sahara rollen
Der neue Peugeot Landtrek wird vorerst nur in Lateinamerika und südlich der Sahara rollen

Nachdem sich die X-Klasse von Mercedes sang- und klanglos vom Pickup-Spielplatz verabschiedete, kündigte jetzt Peugeot das exakte Gegenteil an: Der PSA-Konzern (Peugeot Citroën) möchte seinem Portfolio nach 15 Jahren Abstinenz wieder einen Lastesel hinzufügen, den „Landtrek“.

Nach 15 Jahren: Peugeot baut wieder Pickups

Im Jahr 2005 lief der letzte 504 Pickup in Nigeria vom Band. Jetzt soll der Landtrek verlorenen Boden wieder gutmachen. Das Fahrzeug ist jedoch keineswegs eine Neuentwicklung. Die Plattform und große Teile der Karosserie basieren auf dem Kaicheng (auch Kaisence) F70 aus dem Jahr 2019 des chinesischen PSA-Joint-Ventures Changan Automobile.

Der Pickup soll zunächst nur auf dem lateinamerikanischen Markt und in afrikanischen Ländern südlich der Sahara angeboten werden.

Länger und breiter als die Mitbewerber

Der Landtrek macht einen durchaus imposanten Eindruck. Bei der Länge stoppt das Maßband erst bei 5,39 Metern. Damit ist der Landtrek fast sechs Zentimeter länger als der Mitbewerber Toyota Hilux und fast zehn Zentimeter länger als der Isuzu D-Max. Auch mit der Breite von 1,92 Metern schlägt der Landtrek die Konkurrenz um knapp sieben Zentimeter. Mit seinen üppigen Hüften bewegt sich der Landtrek damit langsam in Richtung der amerikanischen Full-Size-Pickups. Lediglich in der Breite und Höhe legt der Branchenprimus Ford F150 in der Basisvariante noch bis zu zehn Zentimeter oben drauf.

Zwei Kabinen, bis zu sechs Sitzplätze

Im Innenraum des Fahrzeuges bedienten sich die Entwickler bei der vorhandenen Peugeot-Flotte. Das Lenkrad, Multimediasystem sowie weitere Cockpit- und Inneneinrichtungsteile stammen aus dem 3008 und 508. Die Bestuhlung des Lastesels ist variabel und lässt sich mit drei Plätzen vorn auf insgesamt sechs Sitzplätze ausweiten. In Sachen Sicherheit, Komfort und Fahrassistenz lässt der Landtrek keine Wünsche offen.

Ordentliche Leistung aber keine PS-Monster

Es werden wohl lediglich zwei Motoren zur Auswahl stehen: Der Zwei-Liter-Diesel leistet 110 kW/150 PS und liefert ein maximales Drehmoment von 350 Newtonmetern. Der 2,4 Liter große Vierzylinder-Benziner leistet 155 kW/211 PS  bei 320 Newtonmetern.

Die Leistung wird per Sechsgang-Schaltgetriebe (Benziner und Diesel) oder -Automatikgetriebe (nur Benziner) an die Räder weitergegeben.

Standard-Allrad mit wenig Optionen, ordentliche Geländewerte

Neben der heckgetriebenen 4×2-Variante wird es für alle Modelle eine Allradoption mit Untersetzung (2,7 zu 1) geben, bei der die Vorderachse zugeschaltet wird. Das Differentialgetriebe ist mit einer elektronischen Sperre ausgestattet, die einsetzt, sobald ein Reifen den Grip verliert und durchdreht.

Die Wattiefe wird mit 60 Zentimetern angegeben und die Böschungswinkel betragen vorn 30 Grad, für hinten sind 26 Grad angegeben. Auf Kuppen ist mittig unter dem Landtrek bei jeweils 25 Grad-Böschungswinkel Schluss. Das sind durchaus ordentliche Werte. Weitere Geländeoptionen (Höherlegung, erweiterter Unterfahrschutz, mechanische Sperren) sind ab Werk bislang nicht vorgesehen.

Zu welchem Preis der Landtrek angeboten wird und ob ein Reimport nach Europa überhaupt möglich sein wird (Stichwort: Abgasnorm), bleibt offen.

Der neue Peugeot Landtrek wird vorerst nur in Lateinamerika und südlich der Sahara rollen
Zwei Motorvarianten mit bis zu 211 PS stehen zur Verfügung. Allrad mit Untersetzung gibt’s optional, mechanische Sperren sind Fehlanzeige
Für den Innenraum des Landtrek bediente man sich aus dem aktuellen Peugeot-Regal
Für den Innenraum des Landtrek bediente man sich aus dem aktuellen Peugeot-Regal
Variantenreich: der Landtrek als Single-Cab, Double-Cab und Pritsche
Variantenreich: der Landtrek als Single-Cab, Double-Cab und Fahrgestell