2018 will sich Daimler mit einem Doppelkabiner-Pickup ein neues Marktsegment erarbeiten. Mit markanten Studien heizt der Konzern jetzt das Interesse an, dabei stehen die wichtigsten Fakten des Mercedes X-Klasse Pickup schon fest

Neu ist vor allem der Name. X-Klasse soll der Pickup nun also heißen, über den sich schon seit mehr als einem Jahr Gerüchte ranken – wir berichteten. Jetzt hat der Konzern zwei neue Studien präsentiert, die dem Plan, Ende 2017 mit dem Mercedes X-Klasse Pickup am Markt zu sein, nun erste Taten folgen lassen. Natürlich sind solche Entwürfe weit von der Wirklichkeit entfernt, das weiß auch Mercedes: “Das Concept X-CLASS stylish explorer geht einen Schritt weiter und zeigt, was den Pickup mit dem Stern darüber hinaus auszeichnen wird. Vom markentypischen Design über Komfort und Fahrdynamik bis hin zur Sicherheit wird er ein echter Mercedes sein”, wird der Entwurf beschrieben. Mit 35 x 11,5 auf 16-Zoll-Felgen und übertriebenen Karosserieschwüngen ist das nix für den Alltag und der lange Überhang ist offroad nicht von Nutzen, das weiß auch Gorden Wagener, Leiter Design bei der Daimler AG: „Die Pickups Concept X-CLASS interpretieren die markentypische Design­sprache unserer SUVs auf expressivste Weise”. Schade eigentlich.

Aber es werden auch Fakten gereicht:

Gebaut wird der Mercedes X-Klasse Pickup in Barcelona, für den südamerikanischen Markt wird das Renault-Werk im argentinischen Cordoba genutzt. Denn was schon lange kein Geheimnis mehr ist: Das Nutzfahrzeug entsteht in Zusammenarbeit mit Renault und Nissan – wer sich also schon konkrete Eindrücke verschaffen will, wie der Mercedes X-Klasse Pickup aussehen könnte, muss einen Blick auf den jüngst präsentierten Renault Alaskan werfen – der wiederum seine Verwandtschaft zum Nissan Navara nicht leugnen kann.

Damit das X dennoch einen Stern wert ist, verspricht Daimler eine umfangreiche und hochwertige Ausstattung. Dank der Modul­strategie werden sich im Interieur zahlreiche bekannte Komponenten aus der C-Klasse und V-Klasse wiederfinden – von den Materialien über das Infotainment­system bis hin zu den Sitzen. Dank Kommunikationsmodul mit fahrzeugfester SIM-Karte können die umfangreichen Mercedes me connect Dienste genutzt werden. Damit kann der Fahrer seinen Mercedes X-Klasse Pickup über Smartphone, Tablet oder PC jeder­zeit und von überall aus erreichen und zum Beispiel Navigationsziele ans Fahrzeug senden, abfragen, wo der Pickup geparkt ist und wie voll der Tank ist. Ein Segen für vergessliche Menschen.

Bei der genauen technischen Ausstattung hält sich Daimler noch zurück. Klar ist nur: Es wird nur eine Doppelkabinen-Version geben und das Top-Modell wird von einem V6-Diesel in Verbindung mit dem permanenten Allradantrieb 4MATIC angetrieben. Das Allradsystem kombiniert ein elektronisches Traktionssystem, ein Verteilergetriebe mit Geländeuntersetzung und zwei Differenzialsperren. Das Traktionssystem und die elektrisch zuschaltbaren Differenzialsperren bringen die Antriebskraft dorthin, wo die Traktion am besten ist. Unter extremen Offroad-Bedingungen können das Hinterrad- und das Längsdifferenzial gesperrt werden. Das klingt nach mehr, als man zum Beispiel beim Allrad-Sprinter gewohnt ist, bei dem Mercedes allein auf das elektronische System 4ETS setzt.

Aufgebaut wird der Mercedes X-Klasse Pickup auf einem Leiterrahmen der eine Nutzlast von mehr als 1,1 Tonnen und eine Zugkraft von bis zu 3,5 Tonnen erlaubt. Aufwändig ist das eigens konstruierte Fahrwerk mit einer Fünf-Lenker-Hinterachse mit Schraubenfedern. Der Pickup mit dem Stern soll so durch präzisere Lenkung, ein komfortableres Fahrgefühl überzeugen – schließlich ist man auch auf den Lifestylekunden scharf, der den Wagen nur für den Ausflug zur nächsten Eisdiele nutzt: „Wir öffnen und verändern das Segment der Midsize-Pickups – mit dem welt­weit ersten, echten Premium-Pickup für den modernen, urbanen Lifestyle“, so Volker Mornhinweg, Leiter Mercedes-Benz Vans.

Was der Spaß kostet? Dazu macht Daimler keine Angaben, außer dem vielsagenden Satz: “Die neue Baureihe wird im Segment preislich attraktiv positioniert sein.” Dann wollen wir mal abwarten, was das Ende 2017 bedeutet.

 

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