Kürzer treten: Zeitlimit an Machu Picchu

Machu Picchu Peru Zutritt Beschränkung

Die in den peruanischen Anden liegende Ruinenstätte gehört zum Pflichtprogramm vieler Südamerika-Reisenden. Nun gibt es weitere Einschränkungen: nach einem Besucherlimit wurde  jetzt auch ein Zeitlimit eingeführt

Es ist vor allem die Lage, die den Mythos von Machu Picchu befeuert. Hoch oben über dem Rio Urubamba, auf einer steilen Klippe, liegt die Inkastätte, die auf das 15. Jahrhundert datiert wird. Und wäre sie nicht so abgelegen – es braucht mindestens eine Tagesreise, um dorthin zu gelangen – dann wären die jüngsten Restriktionen sicherlich schon einige Jahre früher nötig gewesen.

Erster Testlauf für Zeitlimit ab 15. Mai

6.000 Besucher strömten in Spitzenzeiten pro Tag durch die Ruinenstadt, das liegt weit oberhalb der von der UNESCO geforderten 800 Besucher – eine Zahl, die schon seit den 1990er Jahren jährlich überschritten wird.
Ändern soll sich das mit einer maximalen Besuchszeit. Vom 15. bis 28. Mai wird eine Zeitschranke an drei besonders stark frequentierten Stellen des Areals getestet: am Sonnentempel, dem Intihuatana-Stein sowie am Tempel des Kondors. Maximal drei Stunden sind diese drei Plätze fortan nur noch zugänglich, zudem liegen diese Zeitfenster hintereinander (7-10 Uhr, 10-13 Uhr, 13-16 Uhr). Da schon seit 2017 kein ganztägiger Besuch mehr möglich ist – es werden aktuell durchschnittlich 3.000 Tickets für den Vormittag freigegeben und 2.500 für den Nachmittag – kann man sich fortan die Anlage nicht mehr vollständig erschließen. Auch die Zugänge zum Inkatrail (täglich 500 Wanderer) und zum Gipfel Huayna Picchu sind bereits seit Längerem limitiert, auch ist seit 2017 ein freies Umherstreifen auf dem Gelände nicht mehr möglich, man muss sich an vorgegebene Rundwege halten und an einer geführten Tour teilnehmen. Auch das Mitbringen von Lebensmitteln ist nicht mehr erlaubt – was auf fast 2.500 Höhenmetern ein kräftiges Frühstück erfordert! Zum 1. Juni werden dann die konkreten Zugangsrestriktionen bekanntgegeben. Was bislang bekannt ist, haben wir weiter unten zusammengestellt.

Erhalt oder Ausbau – ein Dilemma

Allein die Diskrepanz zwischen der von der UNESCO empfohlenen Besucherzahl und einer aus Peru in Auftrag gegebenen Studie, die eine jährliche Tagesbesucherzahl von zwei Millionen Gästen und damit das Siebenfache für verträglich hält, zeigt die Differenzen zwischen den Interessen vor Ort und dem nötigen Schutz der Anlage. Als eines der meistbesuchten Ziele Südamerikas  ist Machu Picchu von hohem wirtschaftlichen Interesse für die gesamte Region. Selbst über den Bau einer Seilbahn oder Aufzüge wird immer wieder laut nachgedacht, um den doch mühsamen Weg auf den Berg zu vereinfachen. Bislang fahren Busse die Serpentinenstraße hinauf, man kann sich den Berg jedoch auch zu Fuß erschließen. Immerhin: Die Ticketpreise wurden nicht angehoben. Derzeit kostet ein Besuch (ohne Anreise/Zufahrt) für einen Erwachsenen mindestens 62 Euro, Kinder und Studenten zahlen 36 Euro.

Alle relevanten Punkte im Überblick

  •  Eintrittskarten haben eine stundenbasierte Einlasszeit. Ein frühzeitiger Zugang ist nicht möglich, wohl aber kann man später erscheinen. Das Ticket ist jedoch nicht auf eine Stunde begrenzt. Es kann vorkommen, dass einem der Zugang zum Bus verwehrt wird, wenn man zu früh dran ist.
  • Das Areal öffnet um 6 Uhr, der letzte Zugang wird um 14 Uhr gewährt. Das günstigere Nachmittagsticket fällt weg.
  • Pro Tag sind derzeit 5.600 Tickets vorgesehen (Buchung online), die größten Kontingente für die Morgenstunden. (6 Uhr: 800, 7 Uhr: 800, 8 Uhr: 800, 9 Uhr: 560, 10 Uhr: 600, 11 Uhr: 600, 12 Uhr: 360, 13 Uhr: 540, 14 Uhr: 540)
  • Es gibt derzeit nur noch zwei Wege für die Führungen durch Machu Picchu. Die leichtere Strecke führt durch den unteren Teil der Ruinen.
  • Der Studententarif gilt für ausländische Studenten bis 25 Jahre mit einem amtlichen Foto-Studentenausweis (ISIC).
  • Gebrechlichen Besuchern oder Schwangeren kann der Eintritt verweigert werden.