Vier Wochen nach dem plötzlichen Tod von Gerhard Lauche kommt die zweite schlechte Nachricht aus München: Insolvenz!

Statt das 40-jährige Unternehmens-Jubiläum feiern zu können, trifft es den Münchner Traditionsausrüster Lauche & Maas im Abstand von nur vier Wochen gleich doppelt. Verstarb am 9. Februar Unternehmensgründer Gerhard Lauche überraschend im Alter von 66 Jahren, muss die GmbH exakt einen Monat später Insolvenz anmelden. Einen Zusammenhang beider Ereignisse gäbe es jedoch nicht, teilte die Kanzlei des einbestellten Insolvenzverwalters gegenüber dem EXPLORER mit. Vielmehr sei ein anhaltender Rückgang der Erlöse in den Ladengeschäften für die Zahlungsunfähigkeit verantwortlich, bei gleichzeitig hohen Kosten für die zwei Filialen. Eine Neuausrichtung auf den Onlinehandel habe man verpasst, jedoch läge gerade hier die Chance, die Marken Därr und Lauche & Mass mit Hilfe eines Investors zu retten. Die 31 Mitarbeiter werden zunächst bis Ende April weiter beschäftigt, bis dahin hofft Insolvenzverwalter Dr. Max Liebig, einen Kaufinteressenten für das Unternehmen gefunden zu haben. Über den Fortbestand des von Lauche & Maas ausgerichteten Globetrottertreffens ist derzeit noch nichts bekannt.

Absehbare Entwicklung

Lauche und Maas ist den meisten Outdoor-Fans ein Begriff, schließlich wurde mit dem Unternehmen 1978 auch der erste reine Outdoor-Laden in Deutschland geboren. Das Unternehmen, gegründet von Gerhard Lauche und Wolfgang Maas, bietet ein breites Angebot an Ausrüstung, von Kleidung für jedes Wetter über Camping-Utensilien bis hin zum Outdoor-Sportequipment. Dieses Jahr feiert das Unternehmen sein 40-jährigens Bestehen, aber zum Feiern ist keinem mehr zumute.

Doch kommt die Entwicklung überraschend? Seit Jahren wies das Unternehmen schlechte Zahlen auf: Bereits 2013 wies der Jahresabschluss einen Fehlbetrag von über 300.000 Euro aus, genauso im Jahr 2014 und 2016. “Soweit man es im derzeitigen Stadium sehen kann, gab es eine sehr negative Tendenz im Ladengeschäft, und wenn man die steigenden Fixkosten auf der einen Seite nicht durch entsprechende Einkünfte kompensieren kann, geht nunmal diese Schere auf”, fasst Sebastian Brunner zusammen, Pressesprecher des einbestellten Insolvenzverwalters.

Als weiteres Geschäft kaufte die GmbH vor einigen Jahren das Unternehmen Därr Expeditionsservice – ebenfalls in München – auf und ist mit dem Geschäft in Ulm auf drei Standorte verteilt. Auch die Marke Därr ist von der Entwicklung betroffen: „Därr ist natürlich eine wesentliche Marke von Lauche & Maas,” erklärt Brunner dazu, “vorerst läuft alles weiter, ohne Einschränkungen“. Derzeit findet in den Geschäften in München ein Sonderverkauf anlässlich des 40-jährigen Bestehens statt. Ob das Jubiläum wirklich der einzige Grund für die hohen Nachlässe ist?

Neuer Investor, neue Ideen, neue Zukunft?

Dr. Max Liebig, vorläufiger Insolvenzverwalter von Lauche und Maas, schätzt die Lage so ein, dass die Gehälter der 31 Mitarbeiter bis Ende April gesichert sind. Und es bestehe die Hoffnung einen Investor zu finden, der das Unternehmen weiter führt. “Lauche & Maas verfügt über einen gewachsenen, treuen Kundenstamm”, erklärt der Fachmann, doch ein erfolgreicher Verkauf setze eine Anpassung an den Markt voraus – auch was den Internetauftritt betrifft. Es ist kein Geheimnis, dass die Websites – gerade von Daerr – schon seit langem technisch überholt waren und Käufer aus der Expeditions- und Overlandszene zu anderen, benutzerfreundlicheren Portalen wechselten. Gleichzeitig schien es, als hätten die Münchner ihre Kernzielgruppe, aus dem das Geschäft 1978 entsprang, nicht mehr wahrgenommen, so suchte man den Betrieb auf der Abenteuer & Allrad zuletzt vergebens, während sich neue Versender immer stärker präsentierten.
Nach dieser Insolvenz und dem Verkauf von Woick und der AMR-Outdoorwelt tritt nun möglicherweise auch das letzte große Fachgeschäft der Globetrotter-Anfangszeit ab. Schade.

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