Immer mehr Großserienhersteller entdecken den Allrad-Sektor. Karmann bietet nun einen Kastenwagen auf Basis des Ford Transit

Es ist ein paar Jahrzehnte her, da hatte Karmann schon einmal ein Wohnmobil mit vier angetriebenen Rädern im Sortiment: den Gipsy auf Basis des VW T3. Als Hecktriebler ein beliebtes Mobil, in der Allrad-Version kaum drei Dutzend Mal verkauft. Umso spannender wird es nun mit dem Dexter 560 Trend, einem bewährten Modell der Marke aus dem Euramobil-Konzern, der zum Modelljahr 2018 nun auch mit vier angetriebenen Rädern angeboten wird. Der Dexter 560 Trend 4×4 basiert auf dem Ford Transit, der über einen manuell zuschaltbaren, ansonsten automatisch regelnden Vierradantrieb verfügt: Je nach Bedarf wird die Vorderachse per elektrohydraulischer Kupplung zugeschaltet. Und wem das nicht reicht: Extrem Fahrzeuge bietet Höherlegung, große Bereifung und eine Hinterachssperre zur Nachrüstung an. Dann kann ein Ford Transit auch so aussehen, wie in diesem Bericht beschrieben.

Karmann Dexter 4x4 innen

Karmann Dexter 4×4 innen

Standard-Grundriss, solide Verarbeitung

Bei der Innenaufteilugn des 6 Meter langen und 2,74 Meter hohen Ford hat sich Karmann an einem klassenüblichen Layout orientiert: Die Halbdinette vorn wird mit den drehbaren Frontsitzen zum Wohnzimmer, ein quer eingebautes Doppelbett liegt im Heck und dazwischen sind Nasszelle und Pantry angeordnet. Soweit nichts außergewöhnliches. Mit 3,14 Tonnen Leergewicht nach Prospektangaben (inklusive Fahrer und vollen Tanks) gehört der Dexter allerdings zu den schweren Vertretern seiner Zunft, die Zuladung fällt mit 360 Kilogramm knapp aus. Gerade, weil der Wagen auch als Familienmobil glänzen will, denn über dem Bett im Heck schwebt auf Wunsch noch ein Hubbett für den Nachwuchs. Wer darauf verzichten kann, spart wertvolle Kilos.

Fairer Preis, vernünftige Ausstattung

52.000 Euro ruft Karmann für die Basisversion des Dexter 4×4 auf, im Vergleich zum konzeptionell vergleichbaren Hymer Grand Canyon S auf Basis des Mercedes Sprinter ein günstiges Angebot: die Preisliste des Hymer beginnt bei 68.000 Euro. Dafür fährt der Transit mit 100 Liter Frischwasser-Kapazität vor, einer 75 Amperestunden großen Batterie, Kompressor-Kühlschrank, einem vollwertigen Ersatzrad, Thermenheizung und beheiztem Grauwassertank. Wer allerdings wirklich abseits der Straße unterwegs sein will, sollte zumindest vom 130 PS großen Basis-Diesel auf die 170 PS starke Version wechseln und die Heizung als Diesel-Version ordern.