Ab dem 1. Dezember 2018 dürfen Additive für Diesel-Fahrzeuge nicht mehr an Privatkunden abgegeben werden

Additive können Dieselpest vorbeugen. Doch die Stoffe sind hochlöslich: der in den Additiven enthaltene Fomaldehyd-Abspalter MBO wurde als krebserzeugend eingestuft. Entsprechend wird die EU-Chemikalienverordnung zum 1. Dezember 2018 um eben diesen Abspalter ergänzt und der Umgang mit der Chemikalie eingeschränkt. Das heißt konkret: Ab Dezember dürfen Additive wie Grotamar 82, ERC Diesel Plus oder Diesel Bakterien Stop von Liqui Moly nicht mehr an private Endverbraucher zur Eigennutzung abgegeben und im Handel angeboten werden.

Bisher noch keine Alternative

Ob ein Lösemittel den Dieselkraftstoffen bereits vor dem Verkauf beigemischt werden kann, ist derzeit noch fraglich. Die Konzentration sei laut der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin dann zumindest so gering, dass eine Abgabe an Privatkunden in Frage komme. Die Verkauf von Bioziden an gewerbliche Kunden wird weiterhin möglich sein.

Zwar kann man als Privatkunde seinen Bestand an Additiven noch bis einschließlich Ende November auffüllen – den direkten Hautkontakt damit sollte man aus Sicherheitsgründen aber vermeiden.

Wie entsteht Dieselpest?

In der Ausgabe 2018-03 berichtete der EXPLORER über das Thema Dieselpest. Sie entsteht, wenn ein bei einem Fahrzeug, das mit Biodiesel betankt wurde, Wasser (es reicht schon Kondenswasser) in den Tank gelangt. Bei herkömmlichem Diesel würde sich das Wasser auf dem Boden absetzen – bei Biodiesel tut es das nicht. Der Trennvorgang dauert erheblich länger, weshalb sich an der Grenzschicht Mikroorganismen vermehren können. Dadurch bildet sich ein schwarz-brauner Schleim, der Leitungen und Pumpen im Fahrzeug verkleben und Filter verstopfen kann. Vom Bakterienbefall können aber auch Fahrzeuge betroffen sein, die herkömmlichen Diesel tanken, da er zu sieben Prozent Biokraftstoff enthält. Gefährdet sind besonders die Fahrzeuge, die wenig bewegt werden.

Warenkorb