Corona-Update: Reisenews & Ramadan

Ausgangssperre und Ramadan – das passt einfach nicht zusammen. Im Fastenmonat werden die Einschränkungen weiter verschärft. Wo besteht Hoffnung auf eine Lockerung? Und ab wann öffnen die Campingplätze?

Marokko Faehre

April 2020, weltweit. An diesem Tag begann der Fastenmonat Ramadan, der noch bis zum 23. Mai andauert. In dieser Zeit sollen weltweit die rund 1,5 Milliarden Musliminnen und Muslime nach dem Koran zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang auf Essen und Trinken verzichten. Zur täglichen Tradition gehört das Fastenbrechen, das die Gläubigen jeden Abend nach Sonnenuntergang mit ihrer Familie und Freunden mit einem Festmahl feiern. Für viele von ihnen gehört außerdem der Gang zur Moschee mit dem Nachgebet dazu. All das ist in diesem Jahr nur eingeschränkt möglich. Das Fastenbrechen kann nur im kleinen Kreis gefeiert werden und das Nachtgebet im heimischen Wohnzimmer stattfinden – das, was dem Großteil der Musliminnen und Muslime in dieser Zeit am meisten bedeuten würde.

Ausgangssperren in Afrika

In Marokko bleibt die allgemeine Ausgangssperre aufgrund der Corona-Pandemie vorerst bestehen und laut der Deutschen Botschaft in Rabat ist es damit nicht genug: Seit Beginn des Fastenmonats kam eine strikte Sperrzeit von 19 bis 5 Uhr hinzu. Damit seien sämtliche Ausnahme- und Reisegenehmigungen für die Behörden hinfällig. Für Reisende, die sich derzeit noch in Marokko aufhalten, bedeutet das zudem verstärkte Kontrollen durch Sicherheitskräfte und verkürzte Ladenöffnungszeiten. Im Zeitraum Mai/Juni seien für Camper Fährverbindungen zwischen Tanger Med und Sète in Frankreich mit dem Unternehmen GNV geplant.
In Saudi-Arabien gilt die nächtliche Ausgangssperre sogar von 17 bis 9 Uhr. In der Pilgerstatt Mekka wurde laut des Auswärtigen Amtes zudem ein ganztägiges Ausgangsverbot verhängt, das lediglich lebensnotwendige Einkäufe im unmittelbaren Wohnumfeld erlaubt.
Wer sich in Ägypten der nächtlichen Ausgangssperre zwischen 21 und 6 Uhr widersetzt, muss bei Kontrollen mit Geld- oder sogar Gefängnisstrafen rechnen. Laut der Deutschen Botschaft in Kairo plant Lufthansa für den 11. Mai einen kommerziellen Flug von Kairo nach Frankfurt am Main.
In Tunesien gilt ein nächtliches Ausgangsverbot von 18 bis 6 Uhr. Hier sollen in den kommenden Wochen die Beschränkungen gelockert werden, Schutzmasken müssen dennoch weiterhin getragen werden.

Einreisestopp in Südamerika

Wie lange die Pandemie noch anhält, weiß niemand. Was nun aber feststeht, ist, dass Argentinien seinen Flugverkehr bis zum 1. September 2020 aussetzt. Mit dieser Maßnahme möchte die Regierung einer Ausbreitung des Coronavirus im Land entgegenwirken.
Auch in Guatemala herrscht völliger Stillstand: Eine Ausreise in die angrenzenden Länder ist nicht möglich, da dort laut des Auswärtigen Amtes eine Einreisesperre für deutsche Staatsangehörige besteht. Es sei lediglich eine Ausreise auf dem Landweg nach Mexiko möglich.
In Kolumbien gilt die Einreisesperre für Ausländer vorerst bis zum 30. Mai, der Flugverkehr für Passagierflüge ist bis dahin ausgesetzt.
In vielen Ländern Südamerikas wie Brasilien, Chile und Bolivien ist die Einreise für Ausländer untersagt, der Flugverkehr vorerst eingestellt. Außerdem gelten teils nächtliche Ausgangssperren.

Ungeduld in Europa

In Österreich sollen die Beschränkungen schon bald schrittweise aufgehoben werden; am 15. Mai dürfen Gastronomiebetriebe unter strengen Auflagen wieder öffnen, ab dem 29. Mai dürfen dann auch Hotels und Sehenswürdigkeiten Gäste empfangen. Touristen aus dem Ausland dürften vorerst noch fern bleiben, denn zurzeit sind der Flug- und Schienenverkehr zwischen der Schweiz, Liechtenstein sowie nach Spanien und Frankreich eingestellt. Ähnliche Lockerungen werden nun wohl auch auf Deutschland zukommen: Ab dem 30. Mai sollen in Bayern Hotels und andere touristische Angebote wie Ferienwohnungen und Campingplätze wieder öffnen dürfen.
In einigen Ländern sind die Grenzen mindestens bis Mitte Mai dicht, darunter die von Polen und Spanien. Die Niederlande halten weiterhin strikt an ihrem Einreiseverbot fest, während Dänemark am 15. Mai seine Grenze wieder öffnen will. Tschechien erwägt unterdessen, im Juli die Grenzen zu Deutschland, Österreich, Polen und der Slowakei wieder zu öffnen.

Camping bald wieder möglich

Ab Mitte Mai sollen Campingplätze schrittweise wieder Gäste empfangen dürfen. In manchen Bundesländern, wie Rheinland-Pfalz (ab 13. Mai), ist der Zutritt zunächst nur Dauercampern gewährt. In anderen Bundesländern, wie beispielweise Sachsen (ab 15. Mai), Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein (beide ab 18. Mai), dürfen die Campingplätze wieder für Touristen öffnen.
In Baden-Württemberg (ab 18. Mai), Niedersachsen (ab 11. Mai) und Sachsen-Anhalt (ab 15. Mai) dürfen die Campingplätze bald für diejenigen öffnen, deren Camper autark sind. Weitere Informationen zum Campen in Deutschland und im Ausland gibt es bei Pincamp, einem Campingportal des ADAC.