Gute Stimmung, trotz dunkler Wolken

Abenteuer & Allrad 2016

Mit einer Besucherzahl auf Vorjahres-Niveau schließt die 18. Abenteuer & Allrad trotz wechselhaften Wetters mit einem souveränen Ergebnis

Sie ist und bleibt Pflichtprogramm für offroadaffine Reisende: mehr denn je richtet sich die Abenteuer & Allrad in Bad Kissingen auf Abenteuertouristen aus, zieht Interessierte aus ganz Europa an. Und das, so wurde in diesem Jahr wieder deutlich, auch wenn Unwetter in der Luft liegt. 55.000 Besucher sind es laut Veranstalter geworden – weniger als die erwarteten 60.000, aber stabil auf einem hohen Niveau, das die Abenteuer Allrad bereits seit einigen Jahren hält. Die sporadischen Regenfälle schreckten offenbar kaum ab, auf den Gängen herrschte ausgelassene Stimmung und die Aussteller zeigten sich mit Gesprächen und Verkäufen zufrieden. Um Platz für zusätzliche Aussteller zu schaffen, gab es erstmals neue Stichwege, die jedoch nur wenig frequentiert wurden, während die großen Zelte – gerade bei durchziehenden Schauern – oft schon fast unangenehm voll waren. Schön: eine große Vielfalt an etablierten und neuen Ausstellern, die Fahrzeuge und Zubehör für jedes Budget anboten.

Unwetterstimmung herrschte jedoch nicht nur teilweise live über dem Messegelände, als ein schweres Gewitter in der Nacht zum Sonnabend zahlreiche Stände unter Wasser setzte, auch über Ablauf und Organisation der Veranstaltung schwebte manche dunkle Wolke. Das konnten die Besucher vor allem auf der sogenannten Camp Area feststellen, die in diesem Jahr endgültig an ihre Kapazitätsgrenzen stieß. Eingerichtete Halteverbotszonen rund um das Gelände verschärfen die Situation zusätzlich. Vor den wenigen Duschen und WC-Wagen bildeten sich lange Schlangen – und das, obgleich zahlreiche Fahrzeuge mit komfortableren Nasszellen ausgestattet sind. Will die Messe sich weiterhin mit dem nach eigenen Angaben “weltgrößten Globetrottertreffen” schmücken, dem Campground mit über 1000 Fahrzeugen, müssen die Kapazitäten erweitert und die Betreuung verbessert werden. Das sich auf so kleiner Fläche tausende Menschen in so friedlicher Atmosphäre zusammenfinden können, ist ein Geschenk, kann aber ohne verbesserte Organisation nicht weiter gedeihen. So erklärte auch Marketingleiter Thomas Schmitt gegenüber dem Portal infranken.de: “Etwa 200 Fahrzeuge mussten wir auf Stellplätze in der Umgebung verweisen.”

Für den Besucher weniger offensichtlich sind die Schwierigkeiten der Messeorganisation für Veranstalter und Aussteller. Wartezeiten von mehreren Stunden sorgten für massive Verstimmung unter den Ausstellern, die Lage des Geländes mit seinen Zufahrtsbeschränkungen vereinfacht die Abwicklung nicht. Als selbsternannte “größte Offroad-Messe der Welt” muss sich der Veranstalter die Frage stellen, ob das Messegelände für eine weitere Expansion noch der geeignete Ort ist. In einem Markt, der massiv wächst, könnten die gegebenen Möglichkeiten spätestens zum 20. Geburtstag in zwei Jahren zum Flaschenhals werden, zudem stehen neue Messen in den Startlöchern, die abwandernde Aussteller nur all zu gern bei sich begrüßen. Will die Abenteuer & Allrad also weiterhin der Nabel der Offroad-Welt sein, ist es Zeit für tiefergehende Veränderungen. Dann sind auch die gewünschten 60.000 Besucher leicht zu übertreffen.