Kaum ein Overlander hat einen Plan B zur Hand, wenn es auf Reisen zu einem Notfall kommt. Dabei können schon Kleinigkeiten helfen.

Es gibt nur eine weitere Gruppe Weltentdecker, die, vergleichbar zu Overlandern, allein mithilfe eines Fahrzeuges an Flecken der Erde gelangen, die zu Fuß nicht mal so eben erreichbar sind: Blauwasser-Segler. Und weil ein Unglück auf See in kürzester Zeit lebensbedrohlich wird, ist man sich dort des Risikos immer bewusst. Es gibt Rettungsinseln, Notfalltaschen, Signalbojen, Satelliten-Tracker, ja sogar passende Notfallmanöver. Und was macht der Globetrotter? Nichts. Er wiegt sich in der Sicherheit, notfalls aussteigen zu können, ohne ertrinken zu müssen. Über die Möglichkeit eines Fahrzeugverlustes wird nicht nachgedacht, selten ein Gedanke an Unfälle oder Verletzungen verschwendet. Naiv? Oder unnötig, weil nichts passiert?

Wer mehr entdecken will als nur die stark frequentierten Klassiker zwischen Erg Chebbi und Sprengisandur, der sollte sich einmal mit einem persönlichen Plan B auseinandersetzen. Was passiert, wenn sich jemand des Fahrzeuges bemächtigt oder wenn es infolge einer Panne Feuer fängt? Woher sollen Einheimische wissen, mit wem sie in meiner Heimat Kontakt aufnehmen sollen, sollte ich selbst nicht ansprechbar sein? Wie gut sind meine handwerklichen Fähigkeiten und die Ausstattung des Werkzeugkastens? Wie sicher kann ich mich in unbekanntem Terrain orientieren, wie weit reichen die Reserven meines Fahrzeuges? Habe ich für alles Lebensnotwendige ein Backup an Bord? Ein Plan B kann beim versteckten Zweitschlüssel beginnen und beim schnell greifbaren Notfallrucksack mit Ersatzdokumenten enden. Hauptsache ist, es gibt einen.

 

Werkzeugkasten

 
Das gehört in den Werkzeugkasten

Verbandskasten

Zu einem guten Reise-Verbandskasten gehören mehr als nur Plaster und Mullbinden. Die folgende Zusammenstellung eignet sich für Reisen, auf denen der nächste Arzt innerhalb von 24 Stunden erreichbar ist.
 
Verbandskasten

Medikamente

Eine durchdachte Reiseapotheke ist bei der Behandlung der üblichsten Beschwerden enorm hilfreich. Hier eine exemplarische Zusammenstellung.
 
Medikamente

 

Notfallrucksack

Basierend auf der Notfalltasche von Seglern könnte etwas vergleichbares für Overlander auch von Nutzen sein. Ein paar Ideen

Kern des Abseitsreisen ist ja, selten besuchte, exotische Landstriche kennenzulernen, häufig kaum besiedelt und fernab üblicher Infrastruktur. Nicht jeden zieht es dorthin, und nicht jeder ist dort den gesamten Urlaub unterwegs. Aber hier beginnt das Abenteuer – und hört damit zu einem gewissen Grad auch die Sicherheit auf. Wetter, Streckenzustand, Tiere, Pannengefahr, Kriminalität – all’ das spielt hier eine andere Rolle, mal mehr, mal weniger.
Segler bereiten sich auf einen Seeunfall gewissenhaft vor, denn sie wissen, bei Gefahr haben sie nicht viel Zeit zu reagieren. Und auch, wenn nur selten eine Yacht sinkt, vorbereitet sind fast alle „Blauwasser-Segler“, die wie wir mehr entdecken wollen von der Welt. Was also spricht dagegen, sich hier inspirieren zu lassen.

Wie eine Notfalltasche aussehen kann, das hängt stark von Reiseregion und -Ziel, Fahrzeug, Personenanzahl und Sicherheitsbedürfnis ab, deshalb können die folgenden Punkte nur zur Ideenfindung dienen. Sie ist nur dann wichtig, wenn das Fahrzeug schnell und ohne längere Vorwarnung verlassen werden muss, bei Brand, Überfall oder Unfall.

Basis

Der größte bürokratische Aufwand ist es, aus in einem fernen Land auszureisen, ohne gültige Papiere zu besitzen. Gute Kopien der Dokumente können dabei helfen, etwas Bargeld macht es möglich, mit öffentlichen Verkehrsmitteln in begrenztem Maße zu reisen oder einzukaufen.
Diese Basis passt in eine flache Dokumententasche, die in der Türablage problemlos platz findet.

  • Ausweiskopien
  • Kopien der Fahrzeugdokumente / Carnet
  • geringe Menge Bargeld, in Landeswährung und Dollar/Euro
  • 1 Rettungsdecke pro Person

Kommunikation & Navigation

Je nach Notfall-Lage ist es notwendig, Angehörige zu informieren oder Hilfe zu organisieren, eine Landkarte kann dabei helfen, in die nächste Ortschaft zu gelangen.

  • altes Telefon mit Simkarte
  • altes Hand-GPS
  • Landkarte

Versorgung

Geht es auf wirklich abgelegene, anspruchsvolle Strecken (Wüsten/ Dschungel/Gebirgspassagen) kann eine Notfallration überlegenswert sein. Es sei denn, Essen und Trinken sind so oder so während der Fahrt immer zahlreich im Fahrerhaus vorhanden

  • Wasser
  • Müsli/Energieriegel
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