Muss immer alles größer werden – oder ist es nicht manchmal sinnvoller, auf ein kleineres Reisefahrzeug zu wechseln? Sechs Reisende berichten

Welche Vorteile es haben kann, auf ein kleineres Fahrzeug zu wechseln, darüber berichten fünf Globetrotter und ihre Partner in der Ausgabe EXPLORER 2019-05. Manche von ihnen sind bereits seit mehreren Jahre unterwegs. Genauso machte Gerd Scholz schon Erfahrungen mit verschiedenen Reisemobilen – und entschied sich für seine Weltreise für einen Geländewagen.
Haben Sie ähnliche Erfahrungen und sind vom großen Reisefahrzeug auf ein kleineres gewechselt? Dann schicken Sie uns Ihre Geschichte per Email.

Mercedes G von Gerd Scholz

Mit dem Mercedes G legte das Ehepaar Scholz auf seiner Weltreise 240.000 Kilometer zurück

Vom Mercur zum Mercedes

Gerd Scholz und seine Frau Claudia sind seit vielen Jahren immer wieder auf Reisen – deshalb gehört ihrem Fuhrpark mittlerweile eine beachtliche Anzahl von fünf Reisemobilen an. Alles Spontankäufe, wie er erzählt, der erste von ihnen war ein Magirus-Deutz Mercur. 1992 bei Philipp aus dem Hanfbachtal erworben, investierten Scholz und seine Frau drei Jahre in den Umbau zu einem Reisefahrzeug, mit dem sie 60.000 Kilometer gen Norden und in Zentralasien zurücklegten. „Gedacht war er für die Reise um die Welt. Aber da ist ihm der Mercedes G zuvor gekommen.“

Der Mecedes G war – wie sollte es anders sein – ebenfalls ein Spontankauf. Mit hunderten anderer seiner Art wurde er 2008 von der Vebeg ausgemustert. Also hieß es: Sanitätsausrüstung raus, Ausbauteile aus einem damals noch bezahlbaren T3 rein, dazu ein Hubdach und die Lackierung und Quietschgrün. Keine zwei Jahre später war er bereit für die Weltreise – und die Entscheidung für ihn hat sich auch im Nachhinein als die richtige Wahl erwiesen.

Fahren
Das Fahren im Lkw sieht Scholz als souverän und distanziert von dem Pkw-Trubel um einen herum. Ortsdurchfahrten waren mit ihm dagegen aufgrund von Verbotsschildern oder der Fahrzeuggröße teils unmöglich – Pluspunkt für den G. „Mit dem G konnten wir im Zentrum Pekings ein ganzes Wochenende, nur fünf Gehminuten von der U-Bahn entfernt, parken. Mit dem Lkw hätten wir 100 Kilometer außerhalb stehen müssen. Haben wir später so in St. Petersburg erlebt.“

Komfort
Mit seiner Heißwasserdusche war der Mercur im Hinblick auf den Wohlfühlfaktor dem Mercedes G überlegen. Damit war sie aber auch das einzige, was Gerd und Claudia Scholz im kleinen Geländewagen wirklich vermissten.

Reisealltag
Für den Reisealltag ist der Geländewagen für Gerd und Claudia genau richtig. Während der Fahrt bereiten ihnen kleine Straßen und Gassen keine Sorgen und die Kosten haben sie enorm gesenkt. Im Vergleich zu ihm hat der Lkw jedoch die Nase vorn, was die Zuladung betrifft. Konnten sie vorher Bergematerial, das Schlauchboot, eine komplette Goldgräberausrüstung und vieles mehr in den Stauklappen verstauen, wird es nun im Innenraum des Geländewagens eng und unordentlich – außerdem beansprucht der Hund auch etwas Lebensraum.

Versorgung
„Der Lkw war ein Fahrzeug für die Sahara, wo große Mengen an Wasser und Treibstoff mitgeführt wurden.“ Die üppige Versorgung braucht Scholz für seine aktuellen Reisen nicht mehr, vor allem für Europa empfindet er sie als überflüssig.

Kosten
Mit dem Mercedes G hat sich der Verbrauch gegenüber dem Mercur um 40 Prozent verringert.

EXPLORER - Ausgabe 2019-05
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