In der Bretagne endet für Franzosen die Welt. Vom Meer geprägt, ist die Reise dorthin aber ein Fest für Salzwasser-Fans und Wanderer

Manchmal ist die Zeit reif für ein Experiment. Zum Beispiel, wenn ein durchwachsener Sommer alle Reisepläne unter­ gräbt. Wenn an Option eins, zwei und drei die Wetter­ vorhersage überall gleich lautet: 15 Grad, Regen. Wenn es einfach nicht schlimmer kommen kann. Also – warum nicht einfach mal Urlaub dort versuchen, wo die Wettervorhersage besser aussieht, aber die Hochsaison in vollem Gange ist? Wie gesagt, schlimmer, als zu Hause zu bleiben, kann es ja eigentlich nicht werden. Tief aus der Kiste mit den Landkarten kommt eine zehn Jahre alte Michelin 721 zum Vorschein, Quadrat B5 bis F7 zeigen die Region der Begierde: die Bretagne. Eine Provinz, so groß wie Brandenburg, aber mit so vielen Buchten und Stränden, dass es für jeden Franzosen, der jetzt dort seinen Sommerurlaub verbringen wird, mindestens eine eigene geben sollte. Dazu die Aussicht auf Crèpes, Wellen und Wind – vielleicht kann man ja einmal die Surfkenntnisse wieder auffrischen. Wenige Tage später ist klar – das Experiment wächst zur Herkules­aufgabe. Reisemobile, wohin das Auge blickt, ausgebuchte Camping­plätze und volle Straßen, dazu Übernachtungsverbote allerorten. Gratis: das ständige Gefühl, auf dem Weg nach Frankreich eine Trans­formation zum Alien vollzogen zu haben. Keine Rast vergeht, ohne eindringliche Blicke im Rücken zu spüren oder zu sehen, wie der Pickup für ein Selfie herhalten muss. Frankreich ist Wohnmobilland, wer aus dem Raster fällt, fällt auf. Reisebericht.

EXPLORER - Winter 2017/2018
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